Orionnebel und komische Striche...(mit GIF-Animation)

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Thorsten Gaulke
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Orionnebel und komische Striche...(mit GIF-Animation)

Beitrag von Thorsten Gaulke » 8. Feb 2005, 22:41

Moin...


...war mal draußen und habe den Orionnebel ein weiteres Mal belichtet (so wie jede Nacht...)...(70 mal bei 20 sec und 1600 ISO...Canon EOS 300D vor Synta 750/150 Reflektor)


...ABER....was sind das für komische Strichspuren, die sich langsam rechts und links des Orionnebels dahinziehen ?

1. Rohbild (Daten oben)

Bild
hier ist wenig zu sehen...

2. Rohbild extrem aufgehellt...und, siehe da ? ...

Bild
...jetzt kann man den Strich auf dem oberen Bild auch erahnen...

3. weiteres erhelltes Einzelbild:

Bild
nun ist der Strich weiter unten...

aber damit nicht genug...rechts vom Nebel tauchte auch einer auf...sie zogen beide von oben nach unten durchs Bild...

4. Strich rechts

Bild

5. Strich vergrößert...

Bild

Auf den Einzelaufnahmen sind die Striche schön zu sehen...wie sie langsam von oben nach unten durch das Bild wandern...der linke Strich braucht ca. 15 Bilder...

nun...hier auch mal eine kleine Animation...Bildschirm bitte HELL stellen...

http://www.thgaulke.de/forum/orion.gif

...noch deutlicher...

http://www.thgaulke.de/forum/orionkreis.gif

Normale Satelliten scheiden ja wohl aus, da sich die Striche auf 20 sec. Belichtungszeit gebildet haben...also extrem langsam waren...was ist es dann ??? ...nun, meine Vermutung liegt bei Asteroiden ?!?...immerhin entstanden die Fotos gegen 21 Uhr 45 MEZ...da steht die Sonne so tief unter dem Horizont, dass keine Satelliten mehr sichtbar sein dürften...

Hmmmh...wem melde ich meine Entdeckung ???
Gruß Thorsten
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WSteinhoefer
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Beitrag von WSteinhoefer » 9. Feb 2005, 06:43

Hallo Thorsten,

ich sitz momentan im Büro und kann deshalb nicht weiter recherchieren, aber mal eine erste Vermutung äußern:
Könnte es sich evtl. um geostationäre Satelliten handeln? Versuch doch mal über ein paar Vergleichsrechnungen (Ausdehnung des Nebels , Länge der Strichspur, Belichtungsdauer) in der Richtung zu forschen oder auszuschliessen. Gegen 21:45 Uhr steht der Orion ja so ziemlich in der Richtung, wo sich diese aufhalten. Von der Richtung der Spur könnte es stimmen (das Bild muss für die Originalansicht um 90 Grad gedreht werden, oder?)

Wolfgang

André.Müller
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Beitrag von André.Müller » 9. Feb 2005, 09:08

Hi

Die Spur mit den Geostationären Satelliten könnte stimmen. Wenn du mal hier guckst, sind da eine ganze Menge Satelliten in der Richtung zu sehen (dekl. zw. -2° und -7°). Du musst nur noch deine genaue Position einstellen.... da könnte sich im gegenstz zu Ffm schon was ändern.

hier!

André

[EDIT:ich mach mal den Link was kürzer, sonst kann man ja gar nichts lesen.... *Sorry*]
Zuletzt geändert von André.Müller am 11. Feb 2005, 12:16, insgesamt 1-mal geändert.

mike stammler
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Beitrag von mike stammler » 9. Feb 2005, 14:25

Hi

klingt logisch mit den geo. Satelliten. Aber die stehen ja dort, um immer den selben Standort über dem Betrachter zu haben. Sie dürften sich also in der kurzen Zeit nicht so schnell bewegen, zumal ja auf M42 nachgeführt wurde..... ?
Aber was soll es sonst sein ?

Mike

André.Müller
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Beitrag von André.Müller » 9. Feb 2005, 14:39

Stimmt. So kann man es auch ganz schnell sehen.
Am Himmel legen diese Staelliten scheinbar 360° pro Tag zurück. Also in 20s einfach 360°/(24*60*3)=~0.0833°=0°5'
Wenn man sich diese Strecke jetzt mal auf einer Karte vom Orionnebel ansieht (z.B. HNSky incl FITS) kommt das mit der Länge ebenfalls ganz gut hin.

MERKE: M42 nicht wärend der Kulmination aufnehmen ;)

André

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Thorsten Gaulke
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Beitrag von Thorsten Gaulke » 9. Feb 2005, 17:21

Moin...Danke für die vielen Antworten...

Wahrscheinlich waren es Cosmos 2224 und Telekom 2D...Danke für den Hinweis mit den geostat. Satelliten...


Gruß Thorsten

P.S. Orion erreicht gegen halb 21 Uhr die höchste Stellung am Horizont...Bei Beginn der Aufnahmen war er schon wieder auf dem "absteigenden Ast"... :wink:

P.P.S. die geoSat werden bei CalSky mit 11,x m angegeben...puh ! der kleine Synta mit EOS 300D und 1600 ISO...11 m ?!? nicht schlecht...was ist dann erst mit dem Orion 250/1200 möglich...13 m ???
Gruß Thorsten
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Beitrag von WSteinhoefer » 10. Feb 2005, 06:17

Hi Thorsten,

auf Fotos, die ich mit der Minolta 7D von der Region gemacht habe (mit Minolta 200er 2.8 sowie 2 fach Konverter , also 400 er und 5.6) sind bei 2 Minuten Belichtungszeit Sterne der 16.5 Größenklasse zu sehen. Vielleicht hat Jens mal seine Aufnahmen mit Sternkarten abgeglichen oder könnte das mal tun. Würd mich mal interessieren, was da als Grenzgrößen bei den Aufnahmen mit dem Newton herauskommen (vor der Nachbearbeitung ;) ).
Ist schon ne feine Sache mit den DIGI Cams. Wenn ich da an meine Analogzeiten bei Astrofotografie zurückdenke...

Wolfgang

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Stefan Schwager
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Beitrag von Stefan Schwager » 11. Feb 2005, 10:13

Hi

also ich denke auch, dass das geostationäre Sateliten sind. Was sonst sollte wohl eine solche gleichmäßig lange und gleichmäßig helle schnurgerade Linie an dieser Stelle ziehen? Die NCC 1701 D beim Warpsprung? :lol: :P :D :wink:

mikestb schrieb:
klingt logisch mit den geo. Satelliten. Aber die stehen ja dort, um immer den selben Standort über dem Betrachter zu haben. Sie dürften sich also in der kurzen Zeit nicht so schnell bewegen, zumal ja auf M42 nachgeführt wurde..... ?

ja genau das unterstreicht die Sache doch eigentlich. Denn wenn man auf stellare Objekte mitführt (in diesem Falle immerhin 70x20s=ca. 23,5 min) wird nunmal alles stationäre (ob irdisch, oder im All) als Strich abgebildet, da diese Objekte nunmal nicht dieselbe Bewegung haben, als das stellare Objekt. Es wird somit immer der Differenzweg der Bewegungen abgezeichnte, wenn er mit der Mitführrichtung (oder Stackprogrammen, die ja diese Mitführung kompensieren können). Stimmt diese Bewegung genau überein, dann wird das Objekt Punktförmig abgebildet. Stimmt diese nicht, beginnt sich eine jeweilige Linie abzuzeichnen. Im Gegenzug ist es genauso möglich eine Strichspuraufnahme zu machen von einem Gebiet, in dem sich geostationäre Sateliten befinden. Bei einer solchen Aufnahme wären dann die Sterne als Strich und der Satelit (da er sich ja nicht bewegt) als Punkt abgebildet (ich glaube auch solche Bilder waren schon mal im Forum).

Beste Grüße

Stefan

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Tobias F.
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Strichspuren im Orion

Beitrag von Tobias F. » 11. Feb 2005, 11:34

Hi Stefan,

Ich hab vor kurzem mal die Astrasatelliten mit der EOS 300D und dem 10"LX200 aufgenommen, nach 2min Belichtungszeit haben sich die Satelliten zueinander nicht merklich bewegt. Dafür haben aber die Hintergrundsterne schöne Strichspuren hinterlassen. Nach mehreren Stunden sieht die Konstellation der Satelliten allerdings immer wieder anders aus.
Die Satelliten auf dem Bild sind Astra 2C 1C 1F 1E 1H und 1B den siebenten Satelliten konnte ich noch nicht idendifizieren.
Im Programm "The Sky"sieht die Konstellation zum Aufnahmezeitpunkt auch etwas anders aus. So kann man also nicht genau sagen welcher der Satelliten nun 1C 2C 1F...usw ist - eben nur, daß diese um die Zeit an der Stelle "standen"(mit ca.11000km/h) :D .
Bild

Gruß Tobi

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Stefan Schwager
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Beitrag von Stefan Schwager » 11. Feb 2005, 11:55

Hi Tobias

sauber :D genau diese Aufnahmen meine ich. Stark, da hast ja ein paar irdische Orbiter erwischt. Gutes Bild.
nach 2min Belichtungszeit haben sich die Satelliten zueinander nicht merklich bewegt. Dafür haben aber die Hintergrundsterne schöne Strichspuren hinterlassen.
was die Sache noch mehr unterstreichen würde. Ich bin mir zeimlich sicher, dass es Sateliten sind, vor allem bei der Belichtungszeit.

Grüße

Stefan

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Tobias F.
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Strichspuren im Orion

Beitrag von Tobias F. » 11. Feb 2005, 12:17

Hallo,

interessant wäre noch die genaue Bewegungsrichtung der Strichspuren :roll: ,denn geostationäre Satelliten bewegen sich normalerweise immer in östlicher Richtung durch die Sterne, wärend sich andere Satelliten in fast alle Richtungen bewegen außer nach Westen.


Gruß

Tobi

Dennis_2

Beitrag von Dennis_2 » 16. Feb 2005, 00:47

Hallo

Mal wieder eine nette Anregung! Danke.

Zum Thema "andere Satelliten" und der Aussage von Tobi
wärend sich andere Satelliten in fast alle Richtungen bewegen außer nach Westen
erinnere ich mich an die Sichtung eines hellen (ca 1 mag) Satelliten, der
vor ein paar Jahren ziemlich genau von Ost nach West über den
Himmel zog und mich damit verblüffte.

Konnte die Sichtung später mit Seasat1 identifizieren.

Habe soeben mal bei www.heavens-above.com nachgesehen.
Er ist nicht dort mehr im Datensatz, vermutlich zwischenzeitlich
verglüht...
Vielleicht gibt es nun ja tatsächlich keinen einzigen Satelliten
von Ost nach West.

Gruss
Dennis

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Thorsten Gaulke
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Beitrag von Thorsten Gaulke » 16. Feb 2005, 17:47

Moin Tobias...

...ja, die Satelliten zogen von West nach Ost...Auf meinen Bildern ist Norden links !
Gruß Thorsten
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Srichpuren im Orion

Beitrag von Tobias F. » 16. Feb 2005, 18:58

Hallo!

Hier mal eine Karte aus "The Sky" am 8.2.2005 um 21.45:
- sind ja genug Satelliten um M42 zu der Zeit :shock:
Da müßte es doch bei vielen Aufnahmen von M42 schon häufiger zu solchen Strichspuren gekommen sein?

Bild

Gruß

Tobi

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