Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Forum für Polarlichter, Spaceweather, Astronomie und Raumfahrt.

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Anja Verhöfen
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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von Anja Verhöfen » 16. Nov 2013, 00:09

Es ist echt ein Kreuz mit dem Nebel! :evil: Ich wollte Komet Lovejoy beobachten. Es ist wieder dunstig, kaum Sterne zu sehen und dann noch der extrem helle Mond.

Der Himmel sieht fast aus, wie im Hochsommer, wo es nicht richt dunkel wird. Selbst mit dem Fernglas habe ich Schwierigkeiten richtig was zu erkennen, zumal die Sterne im Dunst, gerade die Schwachen, fast ein kometenähnliches Aussehen haben.


Für heute Nacht belasse ich es.


Ich wünsche allen euch viel Erfolg bei der Kometenjagd und eine nebelfreie Nacht und Morgen.


Anja Verhöfen

Wolfgang Dzieran
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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von Wolfgang Dzieran » 16. Nov 2013, 07:41

Hallo,

hier ist es zwar "klar" geblieben - und sehr frostig geworden in der Nacht. Aber ISON habe ich nicht mehr zu sehen bekommen. gerade zum Horizont hin war es doch wesentlich dunstiger oder bewölkt. Überhaupt zogen alle Flieger recht breite Kondensstreifen nach sich. Und als ISON dann irgendwann etwas höher am Horizont geklettert sein müsste, war es schon wieder so hell geworden, das da heute - und wohl auch in den nächsten Tagen - nichts mehr zu machen war. Auch Spica und Merkur habe ich nicht mehr zu sehen bekommen.

Besser war es bei den hochstehenden Objekten. Jupiter, Mars und auch Lovejoy konnte ich gut beobachten. Lovejoy ist wirklich ausgeprägt grünlich und im kleinen Teleskop sehr verwaschen und etwas in die Länge gezogen. Sieht ein bisschen aus wie ein "Wassertropfen". Einen richtigen Schweif habe ich nicht erkennen können, der ist wohl im allgemeinen Dunst bzw. Mondlicht "untergegangen".

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!

Wolfgang
aus Bad Lippspringe

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Mathias Levens
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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von Mathias Levens » 16. Nov 2013, 08:34

Hallo Wolfgang,
danke für den Bericht. Da hast Du wohl gerade ein Nebelloch erwischt.
Hier in Hannover war es bis 0.00 Uhr noch gerade so erträglich bis der Hochnebel kam und eine Beobachtung nicht mehr
möglich war. Deutschland im November...

Vernebelte Grüße
Mathias

Anja Verhöfen
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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von Anja Verhöfen » 16. Nov 2013, 09:08

Guten Morgen, Forum!

Ich hatte mir auch den Wecker gestellt, aber leider Nebel, Nebel und noch mehr Nebel. Er kam sogar herunter.

Jetzt sieht es richtig klar aus, als wenn es die ganze Nacht so ausgesehen hätte.


Jetzt sonnige Grüße,


Anja Verhöfen

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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von AnjaHoff » 16. Nov 2013, 10:53

Hallo,
ich hatte heute Morgen kurz nach 6 Uhr in Neunkirchen Seelscheid (Rhein-Sieg-Kreis) Glück mit Wetter und Nebel.
Lovejoy und Ison waren mit dem Fernglas zu sehen, wobei Ison doch innerhalb kurzer Zeit schon in der beginnenden Morgendämmerung verschwunden ist.
Ich habe mich auf jeden Fall gefreut, dass es geklappt hat und Danke an Stefan für die Aufsuchkarte!
LG
Anja

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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von Reinhard Nitze » 16. Nov 2013, 13:12

Hallo!

Gestern habe ich kurz eine Testaufnahme gemacht, musste ja gleich zur Arbeit...

Klappte nicht so ganz, wollte erstmal eine Übersichtsaufnahme vom Sternbild Löwe machen, um den "Liebesspaß" zu finden. 30 Sekunden Belichtung eingestellt, ausgelöst, nebenbei die Brote für den Tag geschmiert. Zu mehr hat es dann wegen der knappen Zeit nicht gereicht. Als ich mir am Nachmittag die Aufnahme angesehen habe, gab es eine kleine Überraschung: Das auffälligste war ein langgezogener Satellitenflare, whrscheinlich irgendetwas aus der Iridiumgruppe. Das Sternbild Löwe ist gut zu erkennen und wenn man ganz genau hinsieht, entdeckt man am Bildrand den Kometen, zumindest wenn man weiß, wo. Ok. Hier das "Suchbild":

Bild

Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg bei der Kometenjagd...

Reinhard!
Schnee, der heute fällt, ist morgen der Schnee von gestern...

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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von StefanK » 16. Nov 2013, 19:47

Hallo zusammen,

hier die aktuellen Aufsuchkarten für Ison und Lovejoy:

Bild
Position des Kometen Ison am Morgen des 17.11.2013 auf 51° nördlicher Breite bei Beginn der astronomischen Morgendämmerung.
Um den Kometen zu beobachten, benötigt man einen Feldstecher; mit bloßem Auge ist er nur unter optimalen Bedingungen sichtbar. Die Helligkeit beträgt etwa 5.0 mag.

Bild
Position des Kometen Lovejoy am Morgen des 17.11.2013 auf 51° nördlicher Breite um 05:30 MESZ.
Unter günstigen Umständen ist der Komet mit freiem Auge erkennbar. Mit einem Fernglas kann er problemlos beobachtet werden. Die Helligkeit beträgt etwa 5.5 mag.


Viele Grüße aus Bonn,

Stefan

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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von Michael Theusner » 16. Nov 2013, 23:21

Hallo,

am Freitagabend bin ich kurzentschlossen in den Oberharz gefahren, um dem Nebel zu entkommen. Oberhalb 600 Meter war es dann auch sehr schön klar. Allerdings war ja schon vorhergesagt worden, dass Schleierwolken aufziehen sollten, was auch tatsächlich der Fall war. Deswegen und auch wegen des Mondes waren die Aufnahmebedingungen schwierig. Die Bildbearbeitung war dann eine echte Herausforderung. Durch die durchziehenden Cirruswolken war das Bildfeld sehr ungleichmäßig hell. Außerdem war der Kontrast der Originalbilder nicht gut.

Das Bild unten (zwei Versionen) ist nun das, was sich daraus machen ließ. Insgesamt 34 x 30 Sekunden bei ISO 1600 mit der Canon 6D. Aufnahmeinstrument war ein Takahashi FS-60C mit etwa 370 mm Brennweite und f/6,2. Die Einzelbilder entstanden zwischen 5:40 und 6:02 MEZ (ein gutes ist ganz unten zu sehen).

Überrascht bin ich von der Länge des erkennbaren Schweifs, dessen schwache Ausläufer sogar das Bildfeld verlassen. Der im Bild sichtbare Schweif ist schon 4° lang.

Schade, dass die Bedingungen zur Zeit so ungünstig sind...

Viele Grüße,
Michael

dunklere Version
Bild

hellere Version
Bild

Rohbild
Bild

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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von Ulrich Rieth » 17. Nov 2013, 08:59

Hammer! Ich wäre auch fast gefahren, spekuliere aber jetzt noch auf Di und Mi und dann den 30 Grad Schweif nach dem Perihel.

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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von Carsten Jonas » 17. Nov 2013, 09:05

Alle Achtung, Michael

Das sind wirklich tolle Aufnahmen! Die Fahrt hat sich gelohnt...

Gruß Carsten

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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von Mathias Levens » 17. Nov 2013, 09:58

Hallo Michael,
da hat sich der ganze Aufwand ja doch gelohnt. :-)
Super Aufnahme.

Beste Grüße
Mathias

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Rainer Bölts
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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von Rainer Bölts » 17. Nov 2013, 10:10

Wirklich tolle Bilder! Sowas würde ich auch gerne sehen/fotografieren.
Was meinen denn die Experten, wann ist der Komet am besten zu sehen (fotografieren)?
Erst Anfang/Mitte Dezember oder schon am 28.November?
Ich wollte noch Urlaub nehmen und ein paar Tage auf einen Berg fahren.
Vielen Dank.
Rainer

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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von Jan Hattenbach » 17. Nov 2013, 10:13

Hallo Michael!

Wow, tolle Aufnahmen!

Hast du irgendwelche Tipps zur Berarbeitung? Meine Rohbilder sehen den deinen recht ähnlich, was man vom Endergebnis nicht sagen kann...

VG, Jan
Mein astronomischer Blog: https://himmelslichter.net/

Anja Verhöfen
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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von Anja Verhöfen » 17. Nov 2013, 12:47

Guten Tag, Forum!

Ich habe leider eine traurige Mitteilung. :( Diese Info habe ich gerade auf Facebook erhalten, wo drinsteht, dass ISON in 2 oder mehrere Teile zerfällt. Ist aber noch nicht 100%ig bestätigt.

Hoffen wir mal, dass es ein Irrtum ist und es ISON gut geht.

http://www.ison-komet.de/eilmeldung-iso ... chen-sein/


Ich wünsche trotzdem einen schönen Sonntag.


Anja Verhöfen

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Michael Theusner
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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von Michael Theusner » 17. Nov 2013, 13:12

Vielen Dank für die positiven Kommentare!

Anbei noch ein Übersichtsbild mit 47 mm bei ISO 3200 und f/4 (Canon 60D). Belichtungszeit 10 Sekunden. Mittel aus 17 Bildern.

Bild

Jan Hattenbach hat geschrieben:Hallo Michael!

Wow, tolle Aufnahmen!

Hast du irgendwelche Tipps zur Berarbeitung? Meine Rohbilder sehen den deinen recht ähnlich, was man vom Endergebnis nicht sagen kann...

VG, Jan
Ich bin so vorgegangen:
Zuerst alle Bilder auf die Sterne zentriert aufaddieren. Das war für die Details im Schweif am besten. Dafür ist der Kopf dann verwischt, da sich der Komet so schnell bewegt.
Für den Kometenkopf habe ich die Bilder dann auch noch einmal auf den Kopf zentriert aufsummiert. Letzteres manuell in PS. Den Bereich um den Kopf im ersten Summenbild habe ich dann durch das zweite ersetzt.

Danach habe ich die Tonwerte angepasst, so dass schon etwas mehr Kontrast hineinkommt (In Photoshop mit Strg+L. Dann bei der Tonwertspreizung oben und unten etwas abschneiden. Aber so, dass unten das volle Histogramm erhalten bleibt. Also nichts auf schwarz setzen.). Beim oberen Wert ruhig aggressiv vorgehen (bei mir von 255 auf 87 reduziert).

Nun sollen die Unterschiede im Himmelshintergrund reduziert werden. Dafür ist eine spezielle Maske notwendig. Dazu das Bild duplizieren und "Filter" > "Störungsfilter" > "Staub und Kratzer..." wählen. Dort den Radius auf 100 Pixel setzen. Das sollte alle Sterne und einen Großteil des Kometen beseitigen.

Damit die Helligkeit des Kometen weiter abgeschwächt und dem Hintergrund angeglichen wird, nun "Filter" > "Weichzeichnungsfilter" > "Gaußscher Weichzeichner" wählen. Ebenfalls auf 100 Pixel setzten und zweimal nacheinander anwenden.

Es ergibt sich ein Bild, das nun weitgehend der Hintergrundhellgikeit und deren Verteilung im Original entspricht, aber so gut wie keine anderen Strukturen (Kometenschweif etc).

Dieses Hintergrundbild weiter bearbeiten: Mit "Strg+L" wieder die Tonwertkorrektur aufrufen. Dort den unteren Regler der Tonwertspreizung so verschieben, dass er am unteren Ende des Histogramms sitzt. D.h. die dunkelsten Pixel werden auf schwarz gesetzt. Den gewählten Schwellenwert nun von der 255 beim Tonwertumfang abziehen. Beispiel: Hat man bei der Tonwertspreizung unten 40 abgezogen, den oberen Wert des Tonwertumfangs auf 215 setzten. Dadurch wird das gesamte Histogramm nur verschoben aber nicht gestreckt.

Nun dieses bearbeitete Hintergrundbild als neue Ebene in das im Tonwert gestreckte Summenbild einfügen. Bei den Ebenenoptionen als Überlagerungsmodus "Differenz" wählen. So wird die Hintergrundhelligkeit vom Original abgezogen und es ergibt sich ein ebener Hintergrund. Ich würde aber die Deckkraft dieser Ebene auf 80% stellen. Dann sieht das Endergebnis besser aus.

Nun die Ebene nach unten vereinen ("Strg+E").

Das nun von Unebenheiten im Himmelshintergrund bereinigte Bild kann man weiter bearbeiten. Dafür habe ich mit NeatImage Rauschen entfernt und in Photoshop die Tonwerte weiter angepasst.

Ich hoffe, dass das hilft und dir Ideen gibt, wie du bei deinen Bildern vielleicht noch etwas herausholen kannst. Bei Fragen einfach bei mir melden.

Viele Grüße,
Michael
Zuletzt geändert von Michael Theusner am 17. Nov 2013, 14:49, insgesamt 1-mal geändert.

wolfgang hamburg
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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von wolfgang hamburg » 17. Nov 2013, 14:04

Moin moin,

@Michael: Wirklich schöne Bilder! Die Bearbeitung ist aber schon richtig komplex, fast schon grenzwertig.
Anja Verhöfen hat geschrieben:Ich habe leider eine traurige Mitteilung. :( Diese Info habe ich gerade auf Facebook erhalten, wo drinsteht, dass ISON in 2 oder mehrere Teile zerfällt. Ist aber noch nicht 100%ig bestätigt.
Bitte noch nicht die Flinte ins Korn werfen, bei ISON wurde schon zu viel vermutet. Ist der Kern wirklich zerbrochen, wird man das relativ schnell(2-3 Tage) richtig sehen. Auf der Facebookmeldung sind zwar viele Namen angegeben, aber das Bild nicht. Warum nicht? Ich habe mal kurz für FB Javascript erlaubt, um die ganze Meldung da zu sehen. Dort steht aber auch nur, das es sein könnte. Warum kein Link auf eine reale Quelle oder eine Abbbildung die es zeigt?
Auch wenn ISON in mehrere Teile zerbricht, kann es noch eine große Show geben. Alle erdgebundenen Beobachter schauen zur Zeit auch durch eine dicke Atmosphäre und der Mond spielt auch noch mit. Nicht das da auf Teufel komm raus, mit Mathematik gespielt wird und man etwas sieht, was gar nicht real da ist. Zur Zeit bin ich noch skeptisch. Über ISON wurde schon zu oft tendenziell berichtet. Da befeuern auch manche einfach ihr eigenes mediales Ego.
Auf http://groups.yahoo.com/neo/groups/come ... ons/topics steht auch noch nichts derartiges!

Der Scheißnebel stört mich z.Z. mehr!

Grüße wolfgang
Zuletzt geändert von wolfgang hamburg am 17. Nov 2013, 19:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von Sven Lüke » 17. Nov 2013, 16:54

Hallo,

ich habe - wie damals schon zu PANSTARRS - ein kleines Informationsvideo bezüglich ISON erstellt:

http://www.youtube.com/watch?v=Dr7j_po5c3w&hd=1

Das ganze richtet sich in erster Linie an den Otto-Normalbürger und nicht an Leute, die sich mit der Materie auskennen, trotzdem wäre ich natürlich auch an Feedback aus diesem Forum hier interessiert.

Grüße, Sven

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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von PeterKuklok » 17. Nov 2013, 18:22

Hallo,

hab mir gerade mal die heutigen LASCO und STEREO Bilder angeschaut.
Nach meiner Einschätzung müsste sich ISON im Ausbreitungskorridors dieses CMEs befinden.

Bild
Bild

Auch wenn der CME nicht besonders schnell unterwegs ist und die Hauptstoßrichtung unterhalb der Kometenbahn verläuft, wollte ich dennoch mal darauf hinweisen. Vielleicht reicht es ja trotzdem für ein "tail disconnection event"?

Grüße
Peter

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Re: Sammelthread C/2012 S1 ISON - vor dem Perihel

Beitrag von StefanK » 17. Nov 2013, 18:39

Hallo zusammen,

hier die täglichen Aufsuchkarten für Ison und Lovejoy:

Bild
Position des Kometen Ison am Morgen des 18.11.2013 auf 51° nördlicher Breite bei Beginn der astronomischen Morgendämmerung.
Um den Kometen zu beobachten, benötigt man einen Feldstecher; mit bloßem Auge ist er nur unter optimalen Bedingungen sichtbar. Die Helligkeit beträgt etwa 5.0 mag.

Bild
Begegnung zwischen Komet Ison und und dem hellen Stern Spica am Morgen des 18.11.2013. Die letzte gute Gelegenheit, um den Kometen vor der Sonnenpassage zu beobachten. Der Kreis entspricht etwa dem Blickfeld eines Fernglases.

Bild
Position des Kometen Lovejoy am Morgen des 18.11.2013 auf 51° nördlicher Breite um 05:30 MESZ.
Unter günstigen Umständen ist der Komet mit freiem Auge erkennbar. Mit einem Fernglas kann er problemlos beobachtet werden. Die Helligkeit beträgt etwa 5.5 mag.


Viele Grüße aus Bonn,

Stefan

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Kernteilung bei Ison

Beitrag von StefanK » 17. Nov 2013, 19:02

Hallo zusammen,

Ich habe leider eine traurige Mitteilung. :( Diese Info habe ich gerade auf Facebook erhalten, wo drinsteht, dass ISON in 2 oder mehrere Teile zerfällt. Ist aber noch nicht 100%ig bestätigt.

Hoffen wir mal, dass es ein Irrtum ist und es ISON gut geht.


Hier ist der Link zu dem öffentlich zugänglichen Originalposting auf FB:
https://www.facebook.com/permalink.php? ... 0234731687
Das ist m.E. eine sehr plausible Erklärung für den Helligkeitsausbruch von Ison. Ob der Kern nun in mehrere etwa gleich große Teile zerbrochen oder ob sich kleinere Fragmente gelöst haben, wird sich wohl erst in eiigen Tagen sagen lassen. Solche Fragmentierungen sind jedenfalls bei Kometenkernen sehr oft zu beobachten, viel häufiger als schlagartige Totalzerfälle a la Linear (C/1999 S4)* oder Elenin (C/2010 X1)*. Ein bekanntes Beispiel für multiple Abspaltungen, welche sich zunächst jeweils durch Helligkeitsausbrüch bemerkbar machten, ist ein weiterer Komet Linear (C/2001 A2)*. Man spricht bei solchen sukzessiven Teilungen von "Kaskadierendem Zerfall". Ein Musterbeispiel ist 73P/Schwassmann-Wachmann* . Der Zerfall größerer Ursprungsobjekte über Jahrhunderte hinweg erklärt auch die Entstehung von Kometengruppen wie der Kreutzgruppe. Was wir bei Ison gerade erleben ist also ein ganz normaler Prozess, welcher das Ende eines Kometenkerns einleitet. Aber dieses Ende kann sich lange hinziehen wie an derKreutzgruppe zu sehen. Es spricht jedenfalls nichts dagegen, dass die Hauptmasse oder mehrere Hauptmassen von Isons Kern bis zum Perihel durchhalten oder dieses überstehen. Auf jeden Fall ein spannende Entwicklung insbesondere für die Wissenschaftler, denn angesichts der Vielzahl von Instrumenten, die auf Ison gerichtet ist, wird man Zerfallsprozesse besser denn je dokumentieren und analysieren können.

Dass Kometenkerne so fragil sind, liegt nach heutigem Verständnis daran, dass sie aus nur durch die geringe Schwerkraft und kittendes Eis zusammengehaltenen Untereinheiten bestehen, den Kometisemalen. Diese haben sich bei Entstehung des Sonnensystems durch "Hierarchische Akkretion" zusammen gefunden. Der kaskadierende Zerfall ist also nichts anderes als die Umkehrung des Bildungsprozesses. So stellt man sich den Kern eines langperiodischen Kometen vor:

Bild


* Infos zu diesen Kometen unter http://www.kometen.info/chronik.htm

Viele Grüße aus Bonn,

Stefan

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