Hallo zusammen,
jetzt, nachdem hier über diese Grafik diskutiert wurde und wird, stellen sich mir ein paar Fragen, auf die hoffentlich ein geduldiger Forumsteilnehmer die eine oder andere Antwort kennt. Wer schwache Nerven hat, sollte jetzt aufhören zu lesen ....
Ich fange mal bei Adam und Eva an:
1.
Der geografische Nordpol der Erde ist (momentan) der magnetische Südpol.
2.
Magnetischen Feldlinien laufen per Definition vom mag. Nordpol zum mag. Südpol, also geografisch vom Südpol zum Nordpol.
3.
Das Erdmagnetfeld besteht aus den Vektoren:
Bx in Nord/Süd-Ausrichtung
By in Ost/West-Ausrichtung
Bz senkrecht zur Erdoberfläche
4.
Sind die magn. Feldlinien der Sonne von dieser weggerichtet, spricht man von positivem IMF, Bz ist aber negativ, da es dem Erdmagnetfeld entgegengesetzt ausgerichtet ist (soweit die Folklore, um es mit Dr. Lesch zu sagen...).
Beim letzten Satz fängt die Verwirrung aber schon an:
Wenn die Magnetfeldlinien von der Sonne weg zeigen, zeigt das damit verbundene Magnetfeld doch in eine Richtung, die (fast, wegen Neigung der Erdachse) senkrecht zum Erdmagnetfeld steht, auf der Ekliptik also in Bz-Richtung. Würde man vom folgenden Bild ausgehen und annehmen, daß der geo. Nordpol gerade der Sonne zugewandt ist, würden die Feldlinien des IMF direkt von "links" auf das Erdmagnetfeld treffen:
Wie kann dann auf der sonnenabgewandten Seite der Magnetosphäre eine derartige Wechselwirkung stattfinden, die u.U. zu einer Rekonnektion führt ? Und weshalb spricht man von einem positiven IMF (positiv wozu)?
Zur völligen Verwirrung möchte ich folgende Grafik noch ins Spiel bringen:
http://www2.crl.go.jp/dk/c231/ace/27day/
Hier werden nur der Bx und By-Vektor erwähnt. Danach würde ein magentafarbener Bereich einem positiven By entsprechen, was ein positives IMF zur Folge hätte. By ist aber doch wohl als Ost/West-Vektor definiert und hat damit doch von der Sonne weggerichteten Magnetfeldlinien nichts zu tun, oder ? Das wäre doch dann Bz ?
In Thorstens Grafik (
http://www.thgaulke.de/redskiesfertig/imf.htm) würden sich die erdgeografisch von Nord nach Süd verlaufenden Feldlinien des solaren Magnetfeldes aus einer magnetischen Schlaufe ergeben, die ihren Ursprung im magnetischen Nordpol der Sonne hätte, der dann mit dem geo(?)grafischen solaren Nordpol zusammenfallen müsste.
Müsste dann aber nicht vielmehr das solare Bx ausschlaggebend sein ?
Bitte jetzt nicht aus dem Fenster springen ...
Ich will hiermit auch niemanden auf den Arm nehmen, das Problem beschäftigt mich nämlich schon länger.
Viele Grüße
Ralf