da es nach unserem Online-Stammtisch recht überraschend klar wurde, waren mir diverse Messungen möglich, zuletzt ab 6:28 an der nur 2,3% schmalen Mondsichel. Die sah im Aufgang sehr schön aus. Vielleicht stellt noch jemand Fotos ein
Mondphotometrie in Höhen von 2,4 bis 5,9 Grad durch Luftmassen von 16 auf 9 und gegen die aufziehende Dämmerung (mit Leuchtdichtezunahme um Faktor mehr 25) ist gelinde gesagt anspruchsvoll. M.W. macht das sonst auch keiner. Das ausgelaufene ROLO-Programm in Flagstaff hat nur bis ugf. zur Halbmondphase photometriert, und aus dem Space ist mir keine integrale Photometrie des Mondes bekannt.
Ich habe mir mit Venus zwar einen Ansatz für die Extinktion mit Tieflandaerosol erarbeitet, der auch über 10 bis 15 Grad Objekthöhe gut funktioniert, aber unter 5 Grad doch ein bißchen zu Voodoo wird. Hier mußte ich eine spezielle Heuristik anwenden, für deren Darstellung der Rand dieses Blattes nicht ausreicht
Im Ergebnis erhalte ich für die Mondhelligkeit einer 2,3%-ig abnehmenden Sichel -(5,1 +/- 0,3) mag. SkyCalc (das auf vorläufigen Daten von mir basiert) gibt nur -4,1 mag an (wird demnächst upgedatet); mein Planetariumsprogramm EasySky -5,8 mag.
Interessant war auch, wann das Erdlicht von der Dämmerung ertränkt wurde. Das geschah fürs's bloße Auge mit 10 cd/m^2 Leuchtdichte des Dämmerungshimmels beim Mond gegen 7:00 MESZ. Im Pentax Papilio 6,5x21 konnte ich das "aufsitzende" Erdlicht noch um 7:10 bei 34 cd/m^2 gerade noch erkennen. Mit der plausiblen Ananhme, daß das integrale Erdlicht etwa -3 mag hell ist, ergeben sich nach Anwendung der Extinktion daraus S/N von 1 : 70 bzw. 1: 170 ! Ersteres ist nochmals niedriger als das S/N für erfolgreiche Sichtungen von Mondsicheln am Taghimmel. Offenbar erkennt man schwächere Objekte umso besser, je großflächiger sie am Himmel erscheinen. Ob das für Galaxien am sehr dunklen Nachthimmel auch so gilt?
Viele Grüße
Elmar