Hallo,
nachdem mir ähnliches morgens am dreimal helleren, aber noch klareren Blauhimmel zw. 9 und 10 Uhr nicht gelungen war, erschien mir gestern um 20:20 MESZ die dann schon 4,92%-ige junge Mondsichel (Helligkeit extingiert ca. -5,8 mag) um 20:15 im 6,5x21 Pentax Papilio und wurde um 20:20 dank Lokalisierung durch einen Flieger mit kurzem Kondenstreifen auch freisichtig. Die Himmelshelligkeit an dieser Position war etwa 3650 cd/m^2, die Sonne stand noch 5 Grad hoch, es war also eine Tagsichtung.
Sowohl zur Leuchtdichte des Mondes (extingiert ca. 120 cd/m^2 aus früheren Messungen am Dämmerungshimmel) als auch bezüglich der im Integral vor die Sichelfläche fallenden Himmelshelligkeit aus zeitgleicher Leuchtdichtemessung (-9,1 mag) kommt man für die Sichtung auf ein S/N von 1 : 25. Bemerkenswert fand ich übrigens, wie sich die anfangs doch sehr schwierige Entdeckung im Fünfminutentakt drastisch verbesserte, was an der zum Sonnenuntergang hin rapide zurückgehenden Himmelshelligkeit liegt.
Der Mondabstand zur Sonne betrug 26 Grad, aber zur Zeit steht die Mondsichel abends nicht steil über der Sonne, zur Sichtung gestern nur 16 Grad hoch. Dort war der Himmel durch Mehrfachstreuung und horizontnähere ferne Cirren dann doch recht glastig, weshalb es mir wie auch Karl Kaiser in Schlägl (der die gestrige Mondsichel nur im Fernglas sah) nicht gelang, Venus zu finden. Aber Achtung, die ist zur Zeit gegen 20 Uhr nach Extinktion auch nur etwa -3,4 mag hell.
Daß es am Mond noch besser geht, zeigt meine Rekordsichel mit 3,55% vom 7.7.2024, allerdings bei einem ähnlichen S/N von 1 : 20 wegen dunkleren Himmels. Christoph Gerber sah sie zwei Stunden eher mit nur 3,14% bei abgeschätzt enormen 1 : 38, vgl.
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Dort gibt es auch einige allgemeine Hinweise. Warten wir ab, wie es um den nächsten Neumond (3.9. 3:56) herum bestellt ist. Auch bei dem wären die (mir am 3.8. wetterbedingt vereitelten) Tagsichtungen morgens empfehlenswerter, z.B. am 1.9. um 8:00 knapp 20 Grad fast senkrecht über der Sonne. Am 2.9. 8:00 ist der Abstand nur knapp 9 Grad, das halte ich freisichtig im Tiefland für nicht mehr machbar. In der Mitte der bürgerlichen Dämmerung um 6:30 wird der dann 26,5 Stunden "alte" Mond aber in 6 Grad Höhe bei klarem Himmel zu sehen sein. Bei guten Bedingungen und Zeit dafür sollte man aufzeichnen, wann man ihn danach verliert.
Viele Grüße und Erfolge
Elmar
Schmale Mondsichel am Taghimmel 6.8.2024
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