Polarlicht 2024-05-10/11

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Moderator: StefanK

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Evelyn Günther
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Re: Polarlicht 2024-05-10/11

Beitrag von Evelyn Günther » 18. Mai 2024, 20:48

Leider sind meine Handyphotos und auch die von der Digicam nicht wirklich etwas geworden. Aber beeindruckend war es allemal, trotz zunehmender Lichtverschmutzung.

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Marko Rummelsburg
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Re: Polarlicht 2024-05-10/11

Beitrag von Marko Rummelsburg » 19. Mai 2024, 04:11

Carl Herzog hat geschrieben: 18. Mai 2024, 16:24 Ich sehe zumindest für mein Standort keinen Zusammenhang zwischen der Solarstrahlung und der geomagnetischen Aktivität am 10. Mai. Hier die Messwerte der an meinem Dach freistehende Wetterstation (orangene Kurve):
Hallo Carl, der Hp30 wäre ja hier ein Maß für die allgemeine planetare XYZ-Ablenkung des Erdmagnetfeldes (gemessen an relativ polnahen Stationen), was an sich wohl nicht für den Effekt an den Solarpanels verantwortlich sein kann – für Induktion ist die Fläche so eines Panels zu klein. Ich könnte mir vorstellen, dass DST, also Disturbance Index, zumindest ein besserer Indikator für die Effekte des geomagnetischen Sturms in Richtung Süden wäre (Äquatornähe der Messstationen). In Verbindung mit erhöhter kosmischer Strahlung (z.B. >10 MeV Protonen am EPAM gemessen) wären dann bei so einem Ausnahmeereignis auch Ausnahmeerscheinungen denkbar. Das heißt, durch starke Ablenkung des Magnetfeldes nach Süden und Aufblättern der L-Schalen weniger Schutz vor kosmischer Strahlung in unseren Breiten, was dann bei gleichzeitigem Strahlungssturm (hatten wir am 10.5.) für mehr Effekte in der unteren Troposphäre, z.B. mehr sichtbares Licht, (evtl. UV,) Röntgen- und Gammastrahlung sorgen könnte, die eventuell auch nur lokal begrenzt auftreten (einige Quadratkilometer). Also zunächst müsste sichergestellt sein, dass Dein Strahlungsmesser die gleichen Wellenlängen misst, die auch das Solarpanel umsetzen kann und dann könnte man ja mal DST-Index, Hp30 und EPAM übereinanderlegen. Aber die Anzeige des Solarpanels ist ja leider nur tageweise aufgelöst, was einen Vergleich dann sowieso schwierig macht und der erhöhte Wert auch einfach ein Messfehler sein kann.

Weiterhin vorstellbar wären vielleicht Effekte, die durch direktes Auftreffen eines relativistischen Partikels auf das Panel entstehen können, wobei ich nicht weiß, wie wahrscheinlich es ist, dass so ein Partikel es wirklich bis in die untere Atmosphäre schafft, ohne vorher gegen ein anderes Atom zu stoßen. Das wäre einigermaßen beunruhigend, denn so eine Strahlungskaskade im menschlichen Körper wäre ziemlich ungesund.

Falls es da tatsächlich einen Zusammenhang gibt, könnte das hier vielleicht die Ursache sein: https://de.wikipedia.org/wiki/Luftschauer

Auf jeden Fall spannend und lohnenswert, weiter zu untersuchen, mein ich.

Carl Herzog
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Re: Polarlicht 2024-05-10/11

Beitrag von Carl Herzog » 19. Mai 2024, 13:15

Hallo Marko,

von extern verfügbaren Werten frage und protokolliere ich derzeit nur den Hp30-Wert.

Für die Solarstrahlung kommt der Solar Radiation Sensor #6450 von Davis Instruments zum Einsatz, bei dem es sich laut Davis Instruments um ein "precision pyranometer" handelt, der Wellenlängen von 300 bis 1100 Nanometer erfaßt. Weiter schreibt Davis: "The spectral response of the silicon photodiode detector is a good match to the spectrum of solar irradiance". Wie bei Davis Instruments üblich vermisst man tiefergehende Informationen - eine Grafik der Empfindlichkeitskurve in Abhängigkeit von der Wellenlänge wäre z.B. interessant gewesen.

Den UV-Index messe ich auch, mit dem UV-Sensor #6490 vom gleichen Hersteller, der Wellenlängen von 290 bis 390 Nanometer erfasst. Davis schreibt dazu: "The spectral response is closely matched to the Erythema Action Spectrum. Ich habe die Grafik um den UV-Index an meinem Standort erweitert (in Lila) und dafür den Hp30-Index entfernt:

2024-05-10-Solarstrahlung-UV-Idstein.png

Viele Grüße, Carl

OrtenauerSF
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Re: Polarlicht 2024-05-10/11

Beitrag von OrtenauerSF » 20. Mai 2024, 08:36

Hallo,

komme erst heute dazu vom Polarlicht-Ereignis vom 10. auf 11. Mai zu berichten. Ich wohne im Schwarzwald, also ziemlich südlich in Deutschland und hatte zuletzt 2003 im November die Gelegenheit helle Polarlichter zu sehen. Schon bei etwas fortgeschrittener Dämmerung (ca. 22.15 Uhr) ließen sich erste rötliche Bereiche am Abendhimmel sehen. Nach 23.00 Uhr flachte die Sichtbarkeit ab um dann aber nach Mitternacht erneut umso stärker einzusetzen.
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Matthias Schmidt
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Re: Polarlicht 2024-05-10/11

Beitrag von Matthias Schmidt » 20. Mai 2024, 20:07

@OrtenauerSF: Ähnlich wie bei uns im Albtal. Einte tolle Nacht!

@Thomas Neubert: Sehr schöne Bilder aus Augsburg!

Überhaupt sind noch viele beeindruckende Fotos hinzugekommen, ein Ereignis, dass man nicht so schnell vergessen wird! Ich habe aus meinen Fotos mit 20mm f1,8 (die Kamera lief den größten Teil der Nacht) auch ein Zeitraffervideo gebastelt. Wie man sieht, wurde das sichtbare Schauspiel erst durch die Morgendämmerung beendet. Einige weniger aktive Phasen habe ich rausgeschnitten oder hatte dann die Kamera nicht an. Zum Ansehen bei Youtube die Auflösung (Zahnradsymbol) auf 1080p stellen (bei mir startet es dort standardmäßig immer erst mit 720p). Aufgenommen mit Sony A7rIII und Sony 20mm f1,8. Die Kompression bei Youtube hat allerdings einiges an Qualität vernichtet. Die besseren Bilder hatte ich letztendlich mit dem 14mm f1,8, aber die Kamera damit hatte ich nicht so lange eingeschaltet.
Link zum Video:
https://www.youtube.com/watch?v=ymq4u0GWs1k
https://youtu.be/ymq4u0GWs1k?si=vYPHtJJ6wcjy7YEL

Spunk
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Re: Polarlicht 2024-05-10/11

Beitrag von Spunk » 21. Mai 2024, 09:10

Also meine Solaranlage liefert auch ohne Sonnensturm teilweise Werte über der Nennleistung. Ich habe es jetzt mal live mitbekommen. Kein Messfehler. Doppelt überprüft. Sehr erstaunlich. Habe keine Erklärung.

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Michael Theusner
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Polarlicht vom 10./11.5.2024 in Echtzeit

Beitrag von Michael Theusner » 23. Mai 2024, 16:04

Hallo,

mit meiner Canon R6II und einem Walimex 24mm@f/2,5 habe ich in der Nacht bei Mejls in Süddänemark auch einige Echtzeitvideos aufgenommen. ISO 12800 und eine Belichtungszeit von 1/15 s habe ich verwendet. In Photoshop habe ich die Vignettierung reduziert sowie die Tonwerte angepasst, um das Bild insgesamt heller zu machen. Hinzu kommt noch Entrauschen der Videos.

Letztendlich hätte ich die Blende wohl auf f/1,4 stellen sollen. Aber es hat ja auch so geklappt.

Wenn ihr dem YouTube-Link folgt, gibt es Sprungmarken zu den einzelnen Abschnitten des Videos.



Viele Grüße
Michael

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Marko Rummelsburg
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Re: Polarlicht 2024-05-10/11

Beitrag von Marko Rummelsburg » 24. Mai 2024, 01:44

Hier mal ein Satellitenkomposit vom 11.5. (NOAA-20 VIIRS — Day and Night Band — "Black Marble" blue yellow)

Gut zu sehen im Osten Nordamerikas wie extrem Nord-Süd-ausgebreitet das Oval ist (mehrere Tausend Kilometer), mit dem SAR-Bogen als südliche Grenze, nördlich davon diffuse, chaotische Aurora-Zone und anschließend weiter nördlich die "echte" Aurora mit dem recht schmalen, hellen Jet.

Außerdem gut zu sehen die nach geographisch Süden gehenden magnetischen Breitengrade in Nordamerika.

2024-05-11 VIIRS DNB yellow blue Suomi NOAA20.jpg
https://worldview.earthdata.nasa.gov/?v ... 3A56%3A58Z

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Laura Kranich
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Re: Polarlicht 2024-05-10/11

Beitrag von Laura Kranich » 24. Mai 2024, 02:27

Tolles Video, wie immer, Michael!
Und auch sonst viele tolle und interessante Bilder hier! Diesmal finde ich die Unterschiede zwischen etwas weiter entfernten Beobachtenden wirklich interessant und aufschlussreich. Meine eigenen Bilder haben ein paar Tage gebraucht, denn es sind unfassbar viele. Über 21.000 Aufnahmen habe ich in dieser wahnwitzigen Nacht gemacht und eigentlich hätte ich gern noch ein paar mehr Kameras gehabt - man wusste ja oft gar nicht wohin man schauen sollte.
Gerade auch im Zeitraffer ist so viel an zusätzlicher Action zu sehen, von der ich vor Ort nicht einmal die Hälfte mitbekommen habe, weil es überall etwas zu gucken und fotografieren gab und einige Phänomene auch schwierig wahrzunehmen sind, wenn man nicht sehr aufmerksam ist. Was auch auffällig war: Es zwitscherten die ganze Nacht hindurch Nachtigallen, während der hellsten Phasen hatte ich auch den Eindruck, dass Amseln einstimmten und der Gesang zudem lauter wurde.
Ich hatte das Gefühl, dass die Nacht wie im Flug verging, es kam mir eher vor wie eine Stunde als wie sechs. Es war ein absoluter Rausch.

Hier kurz eine Zusammenfassung:
Beobachtung der Aurora: von 22:15 bis 4:30 MESZ
Maximale Helligkeit: Extrem hell
Beobachtungsort: Bei Halle (zwischen Köllme und Lieskau), 51.49°N
Kurzbeschreibung: Eine unglaubliche Aurora-Nacht in Mitteldeutschland, die sprachlos macht. Erste visuelle Beobachtung sehr deutlich farbiger, roter Aurora aus dem Auto bei Halle um 22:15 MESZ, anschließend zwei weitere sehr bis extrem helle Substürme mit sehr hellem grünem Bogen, schnell flackernden kleinen Strahlen in selbigem, sowie hochreichenden roten, violetten und blauen Strahlen verschiedener Helligkeiten, SAR und RAGDA Aurora mit roten Strahlen am Südhimmel bis knapp über den Südhorizont sowie oft kurz aufleuchtenden manchmal sehr großen grünen Flächen in allen Himmelsrichtungen. Der gesamte Nordhimmel war in den Maxima deutlich erhellt, nur noch die hellsten Sterne (großer Wagen, Polaris, Cassiopeia) sichtbar, zudem wurde auch die Landschaft deutlich beleuchtet, sodass keine Taschenlampe nötig war - ein deutlich wahrzunehmender Unterschied zu den weniger aktiven Phasen.

Einen ca. 18-minütigen Film aus fast 21.000 Aufnahmen sowie Echtzeitaufnahmen gibt es hier zu sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=ncCj3zTa8XU

Die Belichtungszeiten lagen meist zwischen einer und zwei Sekunden, Fischauge 2-3.
Nachfolgend möchte ich noch einige interessante Bilder der verschiedenen Phasen zusammenstellen (Zeiten in MESZ). Vor allem während des zweiten Maximums habe ich einige Allsky-Panos aufgenommen, die ich mir nicht einmal in den kühnsten Träumen ausgemalt hätte. Ich möchte mich kurz halten, aber ob der Vielzahl der unglaublichen Eindrücke ist es nicht einfach. :shock:
Die Bilder sind ausnahmslos mit 14, 20 und 12 mm (Fischauge) Vollformat aufgenommen, die Panos/Allskies bis auf eine Ausnahme immer mit dem Fischauge.

Erstes Aktivitätsmaximum gegen 22:25 (14 u. 20 mm):
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Aufbauphase des zweiten Maximums gegen 0 Uhr - sicher nichts, was ich erwartet hätte in Halle beobachten zu können (20 mm):
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14 mm
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12 mm FA
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14 mm
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Hier erster eindeutig blauer Strahl während des zweiten Substurms kurz vor astronomischer Mitternacht (12 mm FA). Er enthält interessanterweise hauptsächlich grün und blau, aber kaum einen Rotanteil:
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14 mm
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14 mm x 9 Pano
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Blick nach Süden! (4 x 12 mm FA Pano)
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Besonders interessant war der Blick nach Westen und die Farben während des zweiten Substurms (alle 14 mm):
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Dritter großer Substurm (etwa zwischen 2 und 2:30):
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Vierter großer Substurm (ca. 3-3:30):
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Das war nun sicher mehr als genug an Bildern, obwohl es noch so einige andere heftige gäbe. :wow:
Viele Grüße aus Berlin,
Laura

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Carl Herzog
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Re: Polarlicht 2024-05-10/11

Beitrag von Carl Herzog » 24. Mai 2024, 16:00

Hallo Laura,

sehr interessant finde ich das "Flackern" der grünen Säulen an ihrer Grenze zum Dunst am Horizont. Das habe ich auch in meinen Zeitraffern (selbst bei 2,5s Belichtung) und ich meine auch im Echtzeitvideo das erahnt zu haben. Ob das eine optische Täuschung oder echte Polarlichtbewegungen sind?

Die Nachtigalle singen bei uns unabhängig von den Polarlichtern jede Nacht durch, vor allem wenn man sich etwas von den Siedlungsgebieten entfernt. Ich zeichne seit ein paar Jahren die Gesänge der Amseln an beiden Dämmerungsgrenzen auf, um die Zusammenhänge zwischen Lichtverschmutzung und Gesangende/-beginn zu untersuchen. Leider war genau zum Höhepunkt der Polarlichter die Aufnahme pausiert, da abends die Amseln pünktlich 40 Minuten nach Sonnenuntergang ihr Gesang beenden und sich die nächste Aufnahme erst um 02:00 wieder startet. Bei uns beginnen die Amseln tatsächlich bis zu 2,5 Stunden vor Sonnenaufgang an zu singen - noch bevor irgendein Dämmerungslicht am Horizont fotografisch feststellbare wäre. Daher interessiert mich die Reaktion der Amseln auf den Polarlicht-Peak, zumal der Himmel da ähnlich hell wie bei einer lichtverschmutzten Nacht mit tiefer Bewölkung war, nur eben mit recht zügigen Helligkeitswechseln.

Viele Grüße, Carl

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Laura Kranich
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Re: Polarlicht 2024-05-10/11

Beitrag von Laura Kranich » 25. Mai 2024, 03:36

Moin Carl,

zum Flackern der grünen Säulen... Das ist definitiv keine optische Täuschung, warum sollte es das auch sein?
Ich habe das in Schweden selbst so ähnlich schon direkt über mir am Hauptoval beobachtet (gibt auch ein paar gute Echtzeitvideos, s.u.) und beim Polarlicht vom 13. März 2022 und vom 26. Februar 2023 von Kiel aus auch selber in Echtzeit gefilmt:
https://youtu.be/YtpMD4Ps-ws?si=IsBosEbqjilSTHop&t=299
https://youtu.be/Mx8YLjjvDWE?si=Je9hXpbpl6uTQBAB&t=55

Es gibt ja durchaus Unterschiede zwischen "normalen" Polarlichtern in hohen Breiten und einem solchen starken geomagnetischen Sturm. Mit den detaillierten physikalischen Prozessen in der Magnetosphäre kenne ich mich aber gar nicht aus, das sind wohl eher die Plasmaphysiker und Maxwell-Fans.
Ich habe jedenfalls selbst bei meinen noch relativ überschaubar vielen Gelegenheiten erstaunlich viele verschiedene Formen der grünen Aurora beobachtet. Am 13.03.22 fiel mir besonders auch ein sehr schnelles (Sekundenskala) wellenartiges, scheinbar oder tatsächlich nach oben gerichtetes Flackern im grünen Polarlicht auf (einfach das erste Video oben etwas länger schauen). Am 26.02.23 war es auch, aber nicht so gut zu beobachten, am 13.03.22 war es sehr auffällig. Dieses Phänomen habe ich sonst noch überhaupt nirgends gesehen - jemand hier?
Was ich an diesem (vom 10. Mai) besonders interessant finde ist, dass der grüne Hauptbogen sowohl breites, helles, diffuses Polarlicht und diffuse, aufflackernde Flecken beinhaltete als auch die besagten flackernden Säulen. Leider sind diese Dinge wohl auch erst durch die heutigen Kameras und extrem lichtstarken Optiken in den Bereich des Erfassbaren gerückt. Mich wurmt ein wenig, dass ich davon keine Echtzeitaufnahme gemacht habe. Da gibt es sicher noch viel neues zu entdecken und ich bin schon total auf das nächste große Polarlicht gespannt. :) Kann sich aber gern noch etwas Zeit lassen, vielleicht schaffen wir es noch, technisch bis dahin etwas weiter aufzurüsten. :D Außerdem ruiniert es den Tagesrhythmus nachhaltig (q.e.d.). :lol:

Hier sind auch noch ein paar gute Beispiele mit ähnlichen Erscheinungen in Echtzeit von Adrien Mauduit:
https://youtu.be/ncSljkJ7Y3M?si=3jgmTGfq0PeXGJfN&t=2203
https://youtu.be/TrKetX6c1Xc?si=YqKcw5SikMIJT5yh&t=14
https://youtu.be/TrKetX6c1Xc?si=o3DlJilJ4OUossSk&t=153

Zu den Vögeln: Danke für deine Schilderungen und schade, dass du keine Aufnahme vom Mitternachtsmaximum hast. Ich habe eine Tonaufnahme aus dem Echtzeitvideo und es scheint zumindest subjektiv tatsächlich etwas lauterer Gesang zu sein während der sehr hellen Phase. Leider habe ich zu der Zeit aber auch telefoniert und es kann sein, dass die Kamera das Tonsignal nicht mit konstanter Lautstärke aufzeichnet. Habe mir nun fest vorgenommen, bei der nächsten Gelegenheit eine durchgehende Tonaufnahme zu machen und die anschließend zu analysieren. Die wahrgenommene Lautstärkenänderung kann natürlich auch eingebildet bzw. veränderter Aufmerksamkeit geschuldet sein. Eine neue Chance, das genauer zu beobachten/messen gibt's wohl wenn dann auch nur zur richtigen Jahreszeit. Vielleicht gibt uns (Ex)AR3664 oder ein anderer aber ja doch in Kürze noch eine Zugabe...
Viele Grüße aus Berlin,
Laura

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Carl Herzog
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Re: Polarlicht 2024-05-10/11

Beitrag von Carl Herzog » 25. Mai 2024, 08:54

Moin Laura,

optische Täuschung ist vielleicht die falsche Wortwahl. Ich meine damit, daß schnelle Hell-Dunkel-Wechsel des tiefen grünen Polarlichts eine Bewegung der Säulen vortäuschen könnten.

Im ersten Video, das Du mit 6x abspielst, kann man in youtube die Abspielgeschwindigkeit auf 0.25x setzen, dann hat man fast wieder realtime. Das Flackern fällt tatsächlich im Zeitraffer deutlich stärker auf. Am 11. Mai um 00:17 habe ich ein ganz kurzes Echtzeitvideo vom Nordhorizont gedreht, allerdings Schwenks. In den Momenten ohne Schwenken ist das Flackern glaube ich nicht zu erkennen. Entweder gab es in dem Moment kein Flackern, oder das Flackern liegt eher im Sekundenbereich, oder aber das ganze ist nur mit genug Signal (und damit Helligkeitsabstufungen) zu erkennen: das Video hat ja mit 1/25s gegenüber Einzelaufnahmen mit 4s oder 2,5s deutlich weniger Signal.

Interessant finde ich (als PL-Neuling), daß die Säulen eine Linie von ganz unten im grünen Bereich bis nach ganz oben im rosaroten Bereich bilden. Das erinnert entfernt an manche Sternschnuppen, die grün beginnen und dann ins rosa übergehen.

Im Echtzeitvideo kann ich übrigens keine Vögel hören, sondern nur mein Atem, die Autobahn in der Entfernung und sonstiges Rauschen der Kamera. Das nächste Mal nehme ich ein für die Natur dediziertes Audioaufnahmegerät mit. So kann man sich dann auch die Zeit während die Fotos laufen sinnvoll vertreiben.

Viele Grüße, Carl

Christophm
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Re: Polarlicht 2024-05-10/11

Beitrag von Christophm » 26. Mai 2024, 13:02

Hallo zusammen,

hier noch meine Bilder von der Nacht.
Es hat mich einfach umgehauen...

Beobachtungszeit: 22:15-02:10 Uhr MESZ
Helligkeit: hell
Beobachtungsort: Dortmund: 51.3°N


Viele Grüße, Christoph
Dateianhänge
20240526_142926.jpg
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Carl Herzog
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Re: Polarlicht 2024-05-10/11

Beitrag von Carl Herzog » 27. Mai 2024, 22:50

Hallo zusammen,

hier nun ein Zeitraffer von 23:55 bis 01:27 MESZ mit den kürzesten Belichtungszeiten, mit denen ich während des Höhepunkts aufgezeichnet habe:

https://www.carl-herzog.de/wetter/astro ... ichter.mp4

Brennweite: 14mm (bei Vollformat)
Weißabgleich: 4700 K
Belichtung: 4 s
Lücke zwischen Aufnahmen: 0,12 s
Bildfrequenz des Videos: 15 fps

Die Bearbeitung beschränkt sich im Wesentlichen auf Kontrastminderungen und Helligkeitsanpassungen, um den großen Dynamikumfang Herr zu werden.

Viele Grüße, Carl

Anja Verhöfen
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Re: Polarlicht 2024-05-10/11

Beitrag von Anja Verhöfen » 28. Mai 2024, 13:18

Moin,

Ich reiche noch weitere Polarlichtbilder nach. Einige sind leider unscharf. Ich war wohl zu nervös.

Meine Bilder entstanden alle nach Mitternacht zwischen 00:05 MESZ und 00:40 MESZ

Ort: Duisburg -Meiderich 51°28'6"N 6°46'49"O
Uhrzeit: 00:05 MESZ bis 00:40 MESZ
Helligkeit: wegen Lichtschmutz des Hafens schwach visuell
Blickrichtung: Süd/ Südwest und Zenit

https://www.directupload.eu/file/d/8568 ... qs_jpg.htm
https://www.directupload.eu/file/d/8568 ... u5_jpg.htm
https://www.directupload.eu/file/d/8568 ... iv_jpg.htm
https://www.directupload.eu/file/d/8568 ... ze_jpg.htm
https://www.directupload.eu/file/d/8568 ... py_jpg.htm
https://www.directupload.eu/file/d/8568 ... dm_jpg.htm

Fazit: Obwohl es visuell für mich das Polarlicht nicht so beeindruckend war und ich das grüne Polarlicht sogar für Wolken hielt und das rote Polarlicht auch ein Abstich hätte sein können, war es trotzdem eine tolle Nacht und die Fotos zeigen mir deutlich, dass die vermeintlichen "Wolken" und "Abstich" doch Polarlicht sind. Einen Abstich hatte ich übrigens auch auf meinen Fotos. Er wurde gelöscht und es blieb zum Glück nur bei diesen einen Abstich.

Liebe Grüße,

Anja Verhöfen

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