Lasst uns einen Kometen machen! – Das DART-Experiment

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Christoph Gerber
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Lasst uns einen Kometen machen! – Das DART-Experiment

Beitrag von Christoph Gerber » 29. Sep 2022, 16:47

Ich eröffne mal hier das Thema DART, da es offenbar doch interessanter wird, als eigentlich erwartet ("live" zu verfolgen hier: Danke Daniel!). Die schotterige Zusammensetzung hat wider Erwarten einen "Kometen" entstehen lassen. Wie weit nun der Betroffene (Dimorphos) in seiner Bahn tatsächlich geändert wurde ist ein ganz anderes Thema (s.u.). Die unerwartete schweifbildende Auswurfwolke hat ihn zu einer kometaren Erscheinung gemacht.
Die unerwartete Form der Auswürfe (Ejekta) wird hier versucht zu erklären.
Wie die Auswurfwolke sich im ersten Tag entwickelt hat, zeigen diese beiden Bilder vom Paranal-Obsrvatorium (Chile). Gerade das zweite Bild mit den verschiedenen von Kometen bekannten "Streamern" deutet an, wie unvorhersehbar die Folgen eines solchen Impaktes sind, und dass es offenbar auf solchen Körpern nur einer "aktiven" Region bedarf, um verschiedene "Streamer" zu verursachen.

... mal sehen, was noch alles kommt ...

Gruß aus HD,
Christoph

PS: Das eigentliche Ziel dieses Experimentes ist es ja, die Bahnabweichung durch den Impakt zu bestimmen, um so potentiell der Erde gefährlich werdende Asteroiden rechtzeitig von ihrem Weg zur Erde ausreichend abzulenken. Nur frage ich mich: Wozu das Ganze? – Aber wie gesagt: das ist ein ganz anderes Thema, das hier nicht weiterverfolgt werden soll. Ich freue mich bei DART an dem, was dabei in Sachen Kometen/Meteore "abfällt".

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Christoph Gerber
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Re: Lasst uns einen Kometen machen! – Das DART-Experiment

Beitrag von Christoph Gerber » 3. Okt 2022, 09:10

Am 27.09 hatte der Doppel-Kleinplanet vier Schweife, und am Tag drauf waren nur noch drei zu erkennnen.

Am 29.09. um 16h UT mit drei Schweifen.

Am Morgen des 30.09. (4h UT) war deren längster fast schon 3 Bogenminuten lang ist.

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Gruß aus HD,
Christoph

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Re: Lasst uns einen Kometen machen! – Das DART-Experiment

Beitrag von Christoph Gerber » 10. Okt 2022, 07:03

Zwei Wochen nach dem Impakt zeigt Didymos/Dimorphos weiterhin unverändert einen etwa 10.000 km langen Schweif. Auch die anderen beiden kurzen Schweife erschienen fast unverändert gegenüber Aufnahmen vom 30.9. Über das, was auf/mit Dimorphos geschehen ist bzw. weiterhin geschieht, will morgen die NASA informieren.

Gruß aus HD,
Christoph

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Re: Lasst uns einen Kometen machen! – Das DART-Experiment

Beitrag von Christoph Gerber » 30. Okt 2022, 11:57

Hier noch einige Nachträge zur DART-Mission:

* Lt. NASA war die Mission insofern mehr als erfolgreich, wurde doch die Umlaufperiode von Dimorphos um Didymos um ganze 32 minuten(!) (von 11:55 auf 11:23 Std.) verkürzt – wie aus der Lichtkurve des Doppelasteroiden hervorgeht. Diese große Abweichung von der von den meisten erwarteten von etwa 10 min ist offenbar v.a. auf die Auswirkungen der vielen Ejekta zurückzuführen.

* Die bemerkenswerten Ejekta (Auswürfe) des Impaktes vom "Begleitsatelliten" LICIAcube aus gesehen, in einer bearbeiteten Version.

* Am 12.10. war der Schweif über 5' lang. Am 24.10. war er Schweif immer noch 5' lang – offenbar hat der Impakt eine Aktivität ausgelöst, die immer noch im Gange ist. War Didymos ein alter Komet, dessen Oberfläche vollkommen "ausgegast" war – und nun durch den Impakt zu "neuem Leben" erweckt wurde?

* Die Entwicklung des Schweifes im Monat nach dem Impakt und ein Zusammenfassender Bericht vom 24.10. (auf Englisch).

Gruß aus HD,
Christoph

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Re: Lasst uns einen Kometen machen! – Das DART-Experiment

Beitrag von Tobias F. » 2. Nov 2022, 08:34

Da Didymos jetzt nördlich genug steht, habe ich letzte Nacht mal mit dem Teleskop draufgehalten.
Nach wie vor ist deutlich ein "Schweif" wie bei einem Kometen zu sehen!
Animation aus 3x 60Sekunden Belichtung
Bild
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Stack aus 23Aufnahmen:
Bild
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es grüßt
Tobias ;-)
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Re: Lasst uns einen Kometen machen! – Das DART-Experiment

Beitrag von Christoph Gerber » 22. Nov 2022, 09:27

Update 22.11.2022

4. November: Der unveränderte Schweif ist möglicherweise nicht auf anhaltende Aktivität zurückzuführen, sondern lässt sich aus der Staubwolke, den unterschiedlich großen Partikeln, der geringen Entweichgeschwindigkeit und dem Strahlungsdruck der Sonne erklären.

20. November: Knapp 2 Monate nach dem Impakt zeigt das Planetoiden-Paar immer noch den ausgeprägten Schweif

22. November: Die Entwicklung des Schweifes vom 27.9. bis zum 20.11. ist hier in 6 Aufnahmen dargestellt; s. auch spaceweather.com: der Schweif ist immer noch über 10.000 km lang.

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