So jetzt auch endlich von mir noch ein paar Bilder.
Aber zuerst vielen Dank, Michael, für die Aufklärung und die verlinkten Paper. Ich hatte auch gesucht und nur eine Publikation über den Protonenbogen gefunden, in der die 656 nm erwähnt wurden und dass er am äquatorwärtigen Rand des Ovals auftritt und das schien mir dann plausibel genug. Da sind deine Spektrografenmessungen natürlich ein überzeugendes Gegenargument!
Marcus Adlung hat geschrieben: ↑1. Mär 2019, 17:46
Und mit welchem Weißabgleich fotografiert ihr Polarlicht?
Deine Bilder sind viel zu warm eingestellt und/oder dein Standort mit viel zu viel Lichtverschmutzung. Bei der Menge an Lichtschmutz wäre selbst hier nichts auszumachen gewesen. Erfahrungsgemäß eignet sich ein Weißabgleich zwischen 3500 und 5000K.
Hier die Bilder:
23:20 MEZ, Nikon D750, 20 mm, 13s, f/1.4, ISO5000, Vordergrund mit 10-Bild-Durchschnitt entrauscht.
23:28, Sony A7R3, 12 mm Fisheye, 20s, f/2.8, ~ISO16000 (8000+1EV), Vordergrund mit 10-Bild-Durchschnitt entrauscht.
23:30, siehe 1.
23:30, dito
Das Maximum war demnach ziemlich genau um 23:30 Uhr, als sich horizontnah einige scharf begrenzte Strahlen zeigten. Mit bloßem Auge konnte ich sie nicht wahrnehmen, was nicht heißen muss, dass sie nicht wahrnehmbar waren, schließlich muss man zur richtigen Zeit auch hingucken.

Insgesamt war nur eine großflächige Aufhellung Richtung NNW zu sehen, visuell am beeindruckendsten waren (neben der sichtbaren Spiegelung der Vega im sehr ruhigen Wasser) aber die entfernten hohen Wolken unterhalb von Deneb, die wirklich hell im Lichte einer weit entfernten dänischen Stadt leuchteten. Ich habe gerade mal das Dreieck berechnet und es kommt heraus, dass die Wolken in knapp über 100 Kilometern Entfernung und 10 Kilometern Höhe über Grund über Odense (9° Azimut, Deneb steht hier auf 11°) gestanden haben müssen. Da sieht man mal, wie schlimm die Lichtschmutzung wirklich ist, sie kann selbst in über 100 Kilometern Entfernung noch Schaden anrichten.
Naja, hab ich auch schon am Strand in Nordjylland schon erlebt, von wo aus man Wolken in 130 Kilometern Entfernung hinterm Skagerrak über Norwegen leuchten sah. Das ist schon etwas traurig, dass nicht einmal an den entlegensten Orten noch richtige Dunkelheit herrscht..