Solargrafie: Fotografieren der Sonnenbahn mit Pinhole-Methode

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Moderator: Claudia Hinz

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Ilka Jost
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Solargrafie: Fotografieren der Sonnenbahn mit Pinhole-Methode

Beitrag von Ilka Jost » 28. Aug 2017, 19:31

Hallo, mich hat jemand auf die Solargrafie aufmerksam gemacht, eine Methode der Langzeitbelichtung, bei der mittels Pinhole-Methode (Filmdose mit Mini-Loch, bestückt mit Schwarz-Weiß-Fotopapier (für Labor)) die Sonnenbahn aufgezeichnet werden kann. Die Dosen werden mitunter ein halbes Jahr und länger hängengelassen.

Kennt bzw. macht das jemand? Mein erster Versuch zeigt zwar die Landschaft vor meinem Fenster, aber leider nicht die hohe Sommer-Sonnenbahn. Habe noch zwei "In Betrieb".

Mich reizt es sehr, muss aber noch dran feilen. Würde mich gerne mit jemandem austauschen, um die Methode zu perfektionieren bzgl. Lochgröße etc.

http://www.solargraphie.info/

https://kwerfeldein.de/2010/07/27/solar ... elichtung/

http://pixelsucht.net/solargraphie-spek ... chkameras/



LG Ilka
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Solargrafie_Wozi-überarbeitet1.jpg
noch Spiegelverkehrt (zu spät gemerkt)
Solargrafie_Wozi-überarbeitet.jpg

Timo Kuhmonen
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Re: Solargrafie: Fotografieren der Sonnenbahn mit Pinhole-Methode

Beitrag von Timo Kuhmonen » 31. Aug 2017, 14:29

I would be also interested to hear more experiencies of solargraphy (if there is other users for that topic in this forum).

I had a good change myself, related to a local photography club. They closed darkroom premises. I got all the remaining photo papers. Yesterday I made a test where exposed a single object above photo paper (3hours, 70lux). So there was a darkening effect seen, but not very strong. That paper should work ok for solargraphy...

I have now couple of aluminum beer cans ready, needs to make pinhole still. I will use first approx 5*7 inch sized papers. Preparing couple of cans where the pinhole is exactly in the middle. And few with pinhole "offset" from center to get more sky for the view.

Did you have the pinhole in middle of the can length...?

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Christian Bartzsch
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Re: Solargrafie: Fotografieren der Sonnenbahn mit Pinhole-Methode

Beitrag von Christian Bartzsch » 31. Aug 2017, 22:09

Hallo Ilka,

seid einigen Jahre fotografiere ich gelegentlich mit Getränkedosen und einem Fotopapier die Sonnenbahn. Ich finde es eine tolle Sache, zumal es recht einfach ist. Es handelt sich dabei um eine einfache Dokumentation der Sonnenbahn mit Hilfe einer Lochkamera über einen Belichtungszeitraum von mehreren Tagen bis hin zu einigen Monaten. Somit lässt sich wunderbar die Strichspur der Sonnenbahn am Himmel einfangen. Wer kennt noch den schönen Spruch? "Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Norden ist sie nie zu sehen und im Westen geht sie unter." Somit ist der tägliche Sonnenlauf durch drei markante Punkte charakterisiert: Sonnenaufgang, Höchststand und Sonnenuntergang. Über eine lange Belichtungszeit von mindestens einen Tag lässt sich eben genau diese Bewegung festhalten. Nicht nur das... Es lässt auch über mehre Tagen den sinkenden tiefen Stand der Sonne festhalten bis zur Wintersonnenwende festhalten, bedingt durch das Zusammenspiel der Erdachsenneigung und der Position der Erde um die Sonne. Während der Wanderung der Erde um die Sonne bleibt die Erdachsenneigung konstant. Somit entstehen die Jahreszeiten sowie die unterschiedlichen Tageslängen durch die unterschiedliche Ausrichtung der Erdachse gegenüber der Sonne. Aber auch der jahreszeitliche Sonnenstand hängt vom geografischen Ort ab.

Hier sind drei Beispiele meiner Aufnahmen:

In dem ersten Foto habe ich in der Zeit zwischen 28.12.2015 und 19.06.2016 mit insgesamt 174 Tage Belichtungszeit unsere Sternwarte fotografiert.
Solargrafie_174_Tage_Belichtungszeit.jpg

Das zweiten Bild ist in der Zeit zwischen 28.12.2015 und 20.06.2016 mit insgesamt 175 Tage belichtet worden und zeigt die Trinitatsikirche etwa Bildmitte. (Edit: Ups! Sehe soeben, dass hier die Seiten vertauscht sind. ^^ Links = rechts und rechts = links. Ist jetzt aber egal. :)
Solargrafie_175_Tage_Belichtungszeit_klein.jpg
Zeitraum dieser Aufnahme war vom 21.06.2016 bis 21.12.2016.
Solargrafie Muskator.jpg

Im Solargrafie-Foto sieht man wunderbar die Unterbrechungen der Sonnenbahnen, die durch die Schlechtwetterphase verursacht werden. Als Lochkamera eignet sich jede Konservendose, Getränkedose, Filmdose oder auch Kaffeedose. Es wird etwa auf mindestens halber Höhe der Dose, (besser 2/3 bis 3/4 Höhe der Dose zur Erfassung der hohen Sonnenbahnen) ein kleines Loch im Durchmesser zwischen 0,3mm bis 0,7mm reingestochen werden. Eine Nähnadel oder dünne Bohrspindel kann hier helfen. Das Loch sollte möglichst rund sein, da es sonst zu Unschärfen führt. Je kleiner das Loch ist, desto kontrastreicher und schärfer sind die Details auf dem Foto. Die Lochkamera sollte dabei windfest und sicher an einem Ort mit guter Südsicht aufgestellt werden. Panzertape ist hier eine gute Hilfe. Wink Als Film eignet sich jedes fotografische Papier aus dem Fotolabor. Hierfür hab ich von Foma das sogenannte Fomaspeed Variant 313 als Schwarzweiß-Papier verwendet, da die Oberfläche matt ist. Auch anderes Fotopapier von Ilford oder Orwo könnte gehen. Eine glänzende Oberfläche führt zu störenden Reflexionen . Durch die extreme Belichtungszeit wird das belichtete Papier bereits zum Negativ, dass am Ende der Belichtungszeit eingescannt werden muss. Es wird dabei keine Fotochemie wie Entwicklerbad oder Fixierer benötigt. Am Ende wird das eingescannte Foto digital ins Positivbild umgewandelt.

Die Frage ist, welche Hersteller bzw. welches SW Fotopapier funktioniert hier auch? Mit dem Fotopapier Rollei Vintage 314 RC pearl sind mir auch einige Aufnahmen gelungen.

Ich drücke Dir die Daumen für ein erfolgreiches Gelingen weiterer Solargrafieaufnahmen. :)

Viele Grüße

Christian
"Schaut zu den Sternen! Schaut zum Himmel!
Erblickt das ganze funkelnde Volk am Firmament,
diese Orte und Zitadellen aus Licht!"
Gerard Manley Hopkins (1844-1889)

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