Purpurlicht in Aachen?

Forum für Halo-Erscheinungen, Regenbögen, Blitze und alle anderen Lichterscheinungen, die neben Polarlichtern in der Erdatmosphäre auftreten.

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 20. Feb 2008, 20:43

Hier eine weitere Beobachtung von Rüdiger Manig aus Neuhaus/Thüringen. Diese doch recht östliche Beobachtung macht die Kamschatka-Theorie wieder interessant. Vielleicht sollte man mal die Höhenströmung ab Dezember verfolgen.


Die Mondsichel, welche wie ein abgeknickter Hundeschwanz aussieht hab eich am 04.02. im Frühdienst fotografiert,


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Ich war davon total überrascht, halt normal auf den Turm, das gesehen, runtergehetzt, Foto geholt und halt so frei aus der Hand fotografiert. Ursache ja ganz simpel - Inversion. Aber noch nie gesehen.

Und dann das Purpurlicht gestern Abend. Schlicht gesagt - anfangs war es unheimlich. Erst ein kalter Sonnenuntergang - nix besonderes. Aber dann wurde es plötzlich wieder heller - dieses merkwürdige Orange, noch nie gesehen. Meine Frau meinte, gleich fällt die Bombe. Eigentlich als wäre sie gleich gefallen. Dieses Licht habe ich nicht geschafft so richtig einzufangen, es war zu zart. Da ich erst etwas wegen PSC gelesen hatte- ich hatte den Eindruck einer relativ tiefen Stratusschicht - war es natürlich nicht, aber rein vom ersten Anblick. Ist schwer zu beschreiben, war wie übersinnlich. Naja, und dann der Übergang zum Purpurlicht, die Fotos sind so etwa o.k. wie in der Realität, obwohl Pixel immer Pixel bleiben....


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Viele Grüße
Rüdiger

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Beitrag von Claudia Hinz » 20. Feb 2008, 20:57

Hier noch ein zusammenfassender Link auf Les Cowleys Seite:
http://www.atoptics.co.uk/feature.htm

LG Claudia

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Beitrag von Claudia Hinz » 20. Feb 2008, 21:20

Hab noch mehr Bilder von Kevin Boyle bekommen. Also diese 3 schauen wirklich aus, wie irisierende PSC, Type I:

Bild
P2190004 von akm - Album.de
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Viele Grüße
Claudia

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Beitrag von Claudia Hinz » 20. Feb 2008, 22:41

Hier noch ein Link zu den derzeitigen Stratosphärentemperaturen, welche zeigen, daß PSC Typ I genau in dem Gebiet, wo das Purpurlicht aufgetreten ist, möglich gewesen wären. Allerdings zeigt es auch, daß die Höhenströmung aus dem Osten, also aus Richtung Kamschatka kommt ... :?: :?: :?:

http://weather.uwyo.edu/cgi-bin/uamap?R ... 2008022000

Viele Grüße
Claudia

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Beitrag von Torsten Serian Kallweit » 21. Feb 2008, 06:49

Sehe ich das richtig?: Wenn die ungewöhnlichen Farben, die auch nördlich Bonn sehr deutlich zu sehen waren (hatte leider keine Kamera dabei), vom Vulkan herstammten, dann müßte doch das Schauspiel in der nächsten Zeit noch des öfteren zu sehen sein, oder? Wenn die Farben athmosphärische Ursachen hatten, dann doch wohl eher nicht.
So würde die Zukunft dann doch klar die Erklärung liefern?!

Gruß Torsten

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Andreas Wiegele
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Beitrag von Andreas Wiegele » 21. Feb 2008, 08:39

Hallo,

das siehst du nmM zumindest Ansatzweise richtig.

Ich würde aber anzweifeln, dass das Vulkanasche war. Googelt man nach Schiwelutsch bekommt man einige Höhenangaben des Dezember-Ausbruchs. Manche sagen 3, andere 5, eine Meldung sogar 10 km. Deshalb glaube ich nicht, dass die Asche in die Stratosphäre gelangte. (OK, man müsste die genaue Höhe der thermischen Tropopause zu Ort und Zeit kennen!)

Ein Ausbruch bis in die Stratosphäre wäre auch sicherlich mehr in den Medien gewesen und Satellitenbilder wären gezeigt worden!

Grüße, Andreas

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 21. Feb 2008, 09:38

Guten Morgen,

habe gerade Antwort von der Abteilung Atmosphärische Chemnie am HP bekommen. Im Niederschlag konnte in ersten Auswertungen keine Vulkanasche nachgewiesen werden. Außer einer für die Jahreszeit recht hohen Pollenkonzentration (Erle, Hasel) gab es keine Auffälligkeiten. Pollen scheiden aber aus, da sie nicht hoch genug fliegen.

Die Feinanalyse steht noch aus, aber ich glaube nicht, daß diese noch irgendwelche Überraschungen bringt.

Naja, die andere Theorie ist eh viiiiieeeel interessanter!!! Aber eine Antwort der Ozonabteilung steht leider noch aus.

Schönen Tag und viele Grüße
Claudia

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Peter Krämer
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Beitrag von Peter Krämer » 21. Feb 2008, 10:01

Guten Morgen!

Leider haben wir hier von der Mondfinsternis nichts gesehen, dafür aber wunderbaren Hochnebel :evil:

Auf den 3 Bildern, die bisher im Polarlichtforum zu sehen sind, sieht sie aber ziemlich hell aus. Das würde wohl auch für die PSC-Theorie sprechen; da die relativ kleinräumig sind, dürften sie kaum auffallen, während Vulkanasche wohl für eine dunklere Finsternis gesorgt hätte. Vielleicht können diejenigen, die was von der Mofi gesehen haben, hier noch genauere Hinweise geben?

Grüße
Peter

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Reinhard Nitze
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Beitrag von Reinhard Nitze » 21. Feb 2008, 18:49

Hallo nochmal,

Mir kam die Mofi auch nicht übermäßig dunkel vor. Ich hatte Glück:
Der Nachwuchs quengelte genau zur rechten Zeit, wurde zum Glück aber nicht wach. Ein Blick nach draußen, und für 5 Minuten kam der Mond aus dem Nebel. 3 Aufnahmen gelangen, eine stelle ich mal rein:

Bild

Ob es hilfreich ist, weiß ich nicht.

Viele Grüße, Reinhard!

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Michael Heiß
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Beitrag von Michael Heiß » 21. Feb 2008, 22:54

Hallo,

am Abend des 20.02. war der Himmel über Greifswald recht wolkenarm und ich konnte mittels Digicam einen kleinen Zeitraffer der Abenddämmerung machen. Darauf kann man das Aufleuchten des Purpurlichtes erkennen. Dies war aber an den Vortagen intensiver und größer.

Bild

Zeitraffen von 17:00-18:30 Uhr
Fotos im Abstand von 30 Sekunden
Film: 10 Bilder pro Sekunde
http://mitglied.lycos.de/birdendevu/son ... 2_2008.avi

Die Mondfinsternis konnte ich bis etwa 4:30 Uhr verfolgen. Ich hatte nicht das Gefühl gehabt, dass sie dunkler war als sonst. Allerdings wars auch erst meine 3. totale Mofi.
Bild
Bild
Bild

Gruß
Micha

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 22. Feb 2008, 13:39

Hallo mal wieder,

ich denke, daß sowohl die Niederschlagsauswertungen als auch die Mofi und eher normalen Purpurlichter der Folgenächte keinen Anhaltspunkt für Asche in der Luft geben.

Stattdessen bestätigt die Antwort vom Hohenpeißenberg eher die Vermutung, daß es sich um PSC und/oder starke Lichtstreuung an hohen Eiskristallen gehandelt hat. Dr. Hans Claude schreibt: Die Beobachter dieser Himmelserscheinungen hatten das Glück, das zu sehen, worauf ich vergeblich hoffte. Die derzeitige Situation in der Stratosphäre bescherte uns am Rande des Polarwirbels sehr niedrige Temperaturen deutlich unter -80°C. Besonders kalt war es über der südlichen Nordsee und den britischen Inseln (siehe Abbildung). Die Bildung von PSC konnte also erwartet werden.

Genauer müßten es unsere Kollegen beim AWI in Potsdam wissen, für die wir extra eine zusätzliche Ozonsondierung vorgestern NAcht durchgeführt haben um zu beobachten, inwieweit zusätzlich Ozon zerstört wurde. Sicher können sie dort auch einmal anfragen."

Letzteres habe ich inzwischen getan, allerdings steht die Antwort noch aus (und das Wochenende naht...).

Viele Grüße
Claudia

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Reinhard Nitze
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Beitrag von Reinhard Nitze » 22. Feb 2008, 13:48

Hallo noch mal!

Seht Euch mal dieses Bild bei Spaceweather an, ich finde, das sieht sehr nach PSC aus:

http://spaceweather.com/submissions/lar ... 617913.jpg

Viele Grüße, Reinhard!

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 22. Feb 2008, 15:56

Ja, die schauen wirklich sehr verdächtig aus!

Hier mal die Antwort von Peter von der Gathen vom AWI Potsdam:

"Wir hatten in der Stratosphaere, in ca. 20 km Hoehe, ziemlich tiefe Temperaturen in den letzten Tagen ueber mehr oder weniger ganz Europa. Die tiefsten Temperaturen herrschten dabei gerade ueber den Gebieten, die Sie aufgefuehrt haben. Es wurden gerade dort Temperaturen unterschritten, die fuer die Bildung von Eis-PSCs (polar stratospheric clouds) notwendig sind. Es gibt aber noch einen Zoo an anderen PSCs, z.B. NAT (nitric acid trihydrate) oder STS (supercooled ternary solution), die bei etwas hoeheren (wenigen Grade)
Temperaturen auftreten koennen. Wesentliche Unterscheidungsmerkmale dieser Typen sind ihre Ingredenzien, Groessenverteilung und Phase (fluessig oder fest). Danach richten sich dann auch ihre optischen Eigenschaften, ob sie polarisieren, in welchen Farben sie erscheinen, etc.. Mit den wenigen Angaben, die sie haben, kann man wohl nur sagen, dass es sich bei dem Purpurlicht um PSCs gehandelt haben muss. Aber selbst mit etwas mehr Angaben, waere eine genaue Charakterisierung der Art schwierig.

Ansonsten ist noch anzumerken, dass chemisch das Ozon in diesem Zusammenhang recht traege auf das Auftreten von PSCs reagiert. In der Nachfolge treten zwar durch die Aktivierung von Chlor Ozonverluste auf, die sich aber erst auf einer Zeitskala von ca. zwei Wochen akkumulieren. Das sieht man dann nicht so einfach am Tag der PSC Sichtung und koennte sie auch gar nicht so einfach von frueheren PSC-Ereignissen unterscheiden."

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Peter Krämer
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Beitrag von Peter Krämer » 23. Feb 2008, 08:45

Ausläufer der PSC sind anscheinend sogar in Spanien beobachtet worden. Ich habe eben im spanischen Wetterforum einen Thread dazu gefunden:
http://foro.meteored.com/index.php/topic,85574.0.html
Die Flusen auf den ersten beiden Bildern wurden in Zentralspanien fotografiert und sehen mehr wie Cirrusfetzen aus. Doch auf dem Bild etwas weiter unten scheinen tatsächlich Perlmutterwolken zu sein, und das in Nordspanien! Leider ist kein genaues Datum angegeben, aber der Einstellzeit nach sind die Aufnahmen am Abend des 20. Februar gemacht worden.

Grüße
Peter

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 23. Feb 2008, 12:44

Hier noch zwei Bilder von Rene Winter aus Eschenbergen, Thüringen, welche ebenfalls zarte PSC zeigen. Damit dürfte dies die bisher östlichste Sichtung sein:

Bildgroßes Bild

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Will jetzt am Wochenende mal alle Beobachtungen in eine Karte eintragen. Wer noch Beobachtung gemacht hat oder kennt, bitte hier posten.

Viele Grüße
Claudia

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Hans Schremmer
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Beitrag von Hans Schremmer » 23. Feb 2008, 13:52


Will jetzt am Wochenende mal alle Beobachtungen in eine Karte eintragen. Wer noch Beobachtung gemacht hat oder kennt, bitte hier posten.

Viele Grüße
Claudia
Hallo Claudia,

hier noch ein Bild aus Niederkrüchten an der Grenze zu den Niederlanden.
Aufgenommen am 18.2.2008 um 18:34 MEZ


Schöne Grüße,

Hans

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Peter Krämer
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Beitrag von Peter Krämer » 23. Feb 2008, 15:19

@Claudia!

Die Idee mit der Beobachtungskarte ist gut! Ich stelle hier mal Links zu den Threads im Wetterzentrale-Forum ein, in denen über die Dämmerungsfarben berichtet wird, dann findest Du noch mehr Beobachtungsberichte für Deine Übersichtskarte:
http://www.wzforum.de/forum2/read.php?2 ... sg-1297728
http://www.wzforum.de/forum2/read.php?2,1297107

Ich hoffe, das ist hilfreich dafür!

Grüße
Peter

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 23. Feb 2008, 18:42

Ich danke Euch!!!

Hier noch ein Bericht mit Bild von Christoph Gerber, Heidelberg:

Dämmerungserscheinung am 18.02.2008 ("Purpurlicht")
Daten: Sonnenuntergang: 17:49 (CalSky), Ende Bürgerl. Dämm: 18:21, Ende Nautische Dämmerung: 18:59.
Kamera: Canon PowerShoot A510
Ort: Heidelberg, Wehr am Karlstor

Bild

Als ich um 18:31 MEZ nach Hause fuhr, bemerkte ich das fast grelle orangefarbene Leuchten über dem Westhorizont (5943, normal belichtet). Schnell stellte ich fest, daß dieses durch eine vermutlich recht dünne, aber durch die Perspektive recht kompakt wirkende Cirrusbewölkung ausgelöst war. Damit war die Erscheinung für mich nicht weiter als eine außergewöhnliche Dämmerungserscheinung (18:33, 5948 1 Stufe, 5949 2 Stufen unterbelichtet). Auffällig war weiterhin, und das überraschte mich weit mehr, daß auch über dem Osthorizont ein rötlicher Schimmer lag. Das war in der Tat sehr außergewöhnlich für eine Dämmerungserscheinung, und ich konnte sie sogar auf digitalfotografisch festhalten (18:36, Belichtungszeiten: 5951 1s, 5954 4s). Dann noch einmal nach Westen und wieder nach Osten fotografiert. Da ich auch einen sehr schwachen rötlichen Schimmer über mir bemerkte, habe ich zuletzt auch noch nach oben fotografiert (18:42, 5962 zum Zenit, 15 s; 18:43, 5963 in den Westhimmel, ebenfalls 15s). Es kam mir vor, als spanne sich über nahezu den ganzen Himmel ein äußerst dünner Cirrenschleier. Und dann bin ich heimgefahren.
Am folgenden Tag dann im Forum den Beitrag über "Purpurlicht in Aachen" gelesen, der bis zum folgenden Abend in einen ausführlichen thread ausgewachsen ist. Daraufhin habe ich mir die Bilder noch einmal genauer angeschaut. Vom "Purpurlicht" habe ich vor Ort nichts gesehen (vielleicht bin ich dazu etwas zu früh weitergefahren). Auf den Fotos ist auch kein auffälliges Purpurlicht zu erkennen, lediglich ein ganz schwacher Hauch scheint erkennbar. Deutlich erkennbar ist aber die wolkenartige Struktur nicht nur über dem Westhorizont, sondern auch über dem Osthorizont. Und auch hier scheint es mir so, daß der perspektivische "Sammeleffekt" (je näher am Horizont, desto dichter) vorhanden ist. Dies würde sehr gut zu einem dünnen Schleier passen, der über dem ganzen Himmel liegt. Und er lag auch tatsächlich über mir, wie die Bilder zeigen. Wenn ich es mir genauer überlege, ließe sich das mit normalen Cirren wohl kaum erklären. Da der perspektivische Effekt auch noch im Osten vorhanden war, muß das Phänomen irgendwie weit höher in der Atmosphäre angesiedelt gewesen sein. Da kommen dann die im Forum erwähnten stratosphärischen Wolken ins Spiel. Und in der Tat zeigt das letzte Bild (5963) sehr schön eine sehr feine Wolkenstruktur.

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Cirrus

Beitrag von Claudia Hinz » 23. Feb 2008, 18:53

Auf dem Satellitenbild vom Abend des 18.02.2008 ist über den entsprechenden Gebieten kein Hauch von Cirrus zu sehen. Hier mal ein NOAA-SAT-Bild von der Uni-Bern (2 MB).

Viele Grüße
Claudia

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Werner Krell
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Morgenrot..

Beitrag von Werner Krell » 23. Feb 2008, 22:50

Hallo und hier mein Senf dazu…
Unabhängig von den Beobachtungsmeldungen hier in Forum, habe ich in meinen Beobachtungsnotizen für den 18. und 19. 02.2008 folgende Angaben gemacht.

18.02.2008 DA: Morgenrot, ca. 07:00 Uhr MEZ, Abendrot zuhause, ca. 18:20 Uhr.
19:02.2008 DA: Morgenrot, ca. 06:55 Uhr MEZ (Abendrot zuhause, ca. 18:20 Uhr, aber nicht so ausgeprägt wie zuvor, wird auch nicht weiter im Meldebogen erwähnt).

Vom Purpurlicht konnte ich hier bewusst nix sehen, habe da auch nicht weiter darauf geachtet, aber das Abendrot/Morgenrot, war doch auch ohne sichtbare Wolken sehr eindrucksvoll. Na ja, am Morgen des 19.02.2008 waren doch noch einige Wolkenstrukturen am Horizont zu erkennen, die mich irgendwie an ein Bild von Kevin Boyle erinnern, „vorletztes Bild“, so Richtung Sonnenaufgang, aber etwas stärker „gewellt“. Die Kondensstreifen an diesem Morgen (19.) waren unterhalb der Wolken/Morgenrot. Bilder an beiden Tagen habe ich keine gemacht, da ich mir über den eventuellen Zusammenhang zu dieser Zeit nicht bewusst war.

Gruß und einen schönen Tag noch...Werner
Gruß und bis später...

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