Anzahl der Sterne vs. Lichtsammel-Vermögen

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Dennis Hennig
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Anzahl der Sterne vs. Lichtsammel-Vermögen

Beitrag von Dennis Hennig » 15. Nov 2017, 23:28

Hallihallo!

Hier eine Frage an astronomisch Bewanderte: Wenn man ein System (Kamera plus Objektiv, oder auch kleines Fernrohr)
so verbessert / verändert, dass hinterher 1/2 der Sternhelligkeit den selben Helligkeitseindruck erzeugt, wie vorher 1/1, um welchen Faktor
erhöht sich die Anzahl der registrierten Sterne? Rede ist natürlich vom sichtbaren Spektrum. Gibt es da sowas wie eine "Daumenregel"
nach dem Motto: Doppelt soviel Photonen gesammelt, ergibt drei mal, vier mal, fünf mal soviel Sterne, oder so ähnlich? :?:
Und wenn es ihn gibt: Hat dieser "Populationsindex" für Sterne einen speziellen Namen?

Grüße!

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Dennis Hennig
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Re: Anzahl der Sterne vs. Lichtsammel-Vermögen

Beitrag von Dennis Hennig » 17. Nov 2017, 19:40

Offensichtlich gibt es keine "Daumenregel" als mögliche Antwort?

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Elmar Schmidt
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Re: Anzahl der Sterne vs. Lichtsammel-Vermögen

Beitrag von Elmar Schmidt » 18. Nov 2017, 00:47

Hallo Dennis,

doch, gibt es. Für jede Größenklasse (Magnitude) erhöht sich die Zahl der Sterne ungefähr um den Faktor 4. Eine Magnitude steht für die Helligkeitsabnahme auf knapp 40%. Für die von Dir gewünschten 50% Abnahme beträgt der Faktor ugf. 3.

Wenn man genauer hinschaut, ändert sich das natürlich etwas, weil die absolute Helligkeit der Sterne in unserem Milchstraßensystem nicht homogen verteilt ist. Der für Mitte 2018 angekündigte GAIA-Katalog wird das aber genauer aufklären, für gut 1 Mrd. Sterne...

Gruß, Elmar

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Dennis Hennig
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Re: Anzahl der Sterne vs. Lichtsammel-Vermögen

Beitrag von Dennis Hennig » 18. Nov 2017, 01:01

Dankeschön Elmar, für eine ungefähre Orientierung!
Mir war schon klar, dass der Wert je nach Himmelsregion
(Galaktisches Zentrum? Hubble Deep Field? Zufällig Dunkelwolke im Bild? usw. )
nur einen sehr groben Anhaltspunkt liefern kann.

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Elmar Schmidt
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Re: Anzahl der Sterne vs. Lichtsammel-Vermögen

Beitrag von Elmar Schmidt » 18. Nov 2017, 01:09

Hallo nochmals,

mit Amateurmitteln siehst Du nur galaktische Sterne. Worum es im Detail geht, ist deren radiale Verteilung innerhalb der Milchstraße. M.W. sind die Sterne im Zentrum eher älter als die in den Spiralarmen, und das drückt sich in intrinsisch anderen Helligkeiten aus. Andererseits ist die räumliche Sterndichte zentrumsnah höher, doch einer Sichtbarkeit zuwider läuft wiederum der interstellare Staub. Ich denke aber, die genannten Faktoren reichen für Abschätzungen hinsichtlich Astrofotos aus - oder weshalb fragtest Du das?

Gruß, Elmar

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Dennis Hennig
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Re: Anzahl der Sterne vs. Lichtsammel-Vermögen

Beitrag von Dennis Hennig » 18. Nov 2017, 01:25

Elmar Schmidt hat geschrieben:
18. Nov 2017, 01:09
...
Ich denke aber, die genannten Faktoren reichen für Abschätzungen hinsichtlich Astrofotos aus - oder weshalb fragtest Du das?
...
Die Frage resultierte aus Überlegungen zur amateurmäßigen Astrofotografie.
Ich war/bin einfach neugierig, um welchen Faktor sich der Sternreichtum einer Aufnahme
erhöht, wenn das System zum Beispiel durch größere Apertur, oder kürzere Brennweite,
etwas mehr Licht pro Pixel pro Zeiteinheit fängt.
Irgendwo bei drei-, bis viermal soviel Sterne bei verdoppeltem "Photonenfang" pro Pixel
befriedigt mich als Antwort vollkommen. Danke nochmals! :)

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Elmar Schmidt
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Re: Anzahl der Sterne vs. Lichtsammel-Vermögen

Beitrag von Elmar Schmidt » 18. Nov 2017, 08:41

Alles klar, Dennis,

ja, Ihr lebt heute im Paradies mit der Digitalfotografie, weil ohne Schwarzschild-Effekt und mit S/N-Verbesserung über Stacking usw. Deshalb kommen ja Amateure mit nur 10 cm Öffnung und an guten Standorten locker auf die 20. Größe, wofür es mit Film schon eher zehnmal größere Öffnungen brauchte.

Du wirst das fast alles selber kennen, aber hier ist ein Link auf eine gute Einführung ins Thema (nicht von mir, ich fotografierte astronomisch nur analog, und diese Technik ist mausetot):

http://www.black-forest-astrophotograph ... rafie.html

Gruß, Elmar

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