gestern hatte ich an meinem Standort endlich auch mal Glück. Ein Flieger hatte eine Kondensstreifenzirre hinterlassen, die fedrig verweht war. An ihr bildeten sich fast eine Stunde lang ZHB-Farben, obwohl die Sonnenhöhe immer weniger optimal wurde.
Das erste Bild (mit ca. 35 mm Brennweite meiner Sucherkamera Nikon Coolpix P50 - also nix schickes) ist von 14:20, da stand die Sonne noch knapp 62 Grad hoch. Die Farbdispersion des ZHB erstreckte sich im Höhenwinkel über ca. 5 Grad. Durch die Wolkenfetzen entsteht jene Verwechslung mit Irisieren, die hier neulich diskutiert wurde.

Das zweite Bild entstand um 14:25 bei Sonnenhöhe 61,6 Grad.
Der Flieger hatte, wie man im ersten Foto sieht, einen Kreis gedreht, dessen oberer Teil sich ins 22-Grad-Gebiet schob, so daß sich dann ein interessanter Vergleich zwischen dem UBB und dem Rest des ZHBs zeigte. Dieses Bild wurde um 14:35 bei Sonnenhöhe 60,7 Grad aufgenommen.

Man sieht die schöne Spektralfarbigkeit des UBB und nur noch jenes verwaschene rötlich-gelbgrünliche Pastell des ZHB. Ich mache dafür zum einen die o.g. größere Dispersion verantwortlich, zum zweiten die etwa doppelt so große Luftmasse zur ZHB-Wolke hin, wodurch vor allem das Grün und Blau weggestreut werden.
Noch um 14:50 (Sonnenhöhe 59,3 Grad) sah man im ZHB-Gebiet eine Wolke, die ein bißchen rötlicher war als die abseitig stehenden. Wie Sven Aulenberg unlängst schrieb, scheint es so "grenzwertige" ZHB-Erscheinungen (Bögen will man das dann nicht mehr wirklich nennen) recht häufig zu geben, und wenn es nicht irgendwann mal deutlicher wird, tut man sie dann meistens ab.
Beim UBB gab es auch noch eine Merkwürdigkeit, die ich getrennt berichte, vgl.
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Alle Fotos oben wurden etwas abgedunkelt und im 30%-Bereich kontrastverstärkt, um den Eindruck durch meine Sonnenbrille wiederzugeben.
Viele Grüße
Elmar








