Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

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HCI
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Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von HCI » 23. Sep 2017, 04:09

Hallo,
wer hat Erfahrung mit einer Sony Alpha,
ich würde gerne diese Session Polarlichter filmen und überlege an einem Sigmar Art 14mm 1,8mm.

Hat jemand Tipps?


Danks

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Andreas Möller
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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von Andreas Möller » 23. Sep 2017, 06:25

Hallo,
ich hatte mal eine Sony A7S II. Die Kombination A7S (II) + Sigma Art14mm 1.8 ist definitiv nicht verkehrt.

Der Sensor der Sony ist 1A! Der Dynamikumfang sehr hoch und das Rauschen extrem gering. Damit kannst du problemlos Polarlicht filmen. Ich habe damals damit versucht Sprites zu filmen. Als Linse hatte ich ein Canon EF50mm 1.4 auf 2.0 abgeblendet ISO 51.000. Das Ergebnis war fast rauschlos und man sah deutlich Sterne. Leider keine Sprites ^^ Du kannst das ISO bei der Kamera ruhig bis auf 100.000 hochdrehen, die schafft das ;)

Hier ein paar Beispielbilder, die die Details bei hohem ISO zeigen. (Keine Nachtaufnahmen!)

https://1drv.ms/f/s!AnvM0aYk-Kaxt5YM03OTuRN3yL06KQ

AAAAAABER: Ich hab die Kamera verkauft. Grund: Schlechter Akku, schlechte Bedienung, Software abstürze bei Zeitraffer und langsamer Kamerastart. Jetzt hab ich ne Nikon D750 und bin glücklich :) Die hat übrigens auch einen Sony Sensor verbaut.

Viele Grüße,
Andreas

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Carsten Jonas
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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von Carsten Jonas » 23. Sep 2017, 08:38

Moin Moin,

ich benutze u.a. die A7s mit 24mm f1.4 - das klappt prima! Gefilmt habe ich in dieser Kombination auch schon. ISO hatte ich auf Automatik, 25 Bilder pro Sekunde und Blende ziemlich offen. Das hat auch mit einem 50mm f0,95 gut geklappt. Im Nahbereich (ich hatte Meeresleuchten aufgenommen) ist dann der Schärfebereich halt sehr gering. Andere Kollegen filmen mit fester ISO von 50.000 oder noch höher...
Aus dem Flugzeug habe ich mit ISO 20.000 und 1s bei f1.4 Fotos aufgenommen.

Gruß Carsten

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OlafS
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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von OlafS » 23. Sep 2017, 11:45

Andreas Möller hat geschrieben:
23. Sep 2017, 06:25
...
AAAAAABER: Ich hab die Kamera verkauft. Grund: Schlechter Akku, schlechte Bedienung, Software abstürze bei Zeitraffer und langsamer Kamerastart. Jetzt hab ich ne Nikon D750 und bin glücklich :) Die hat übrigens auch einen Sony Sensor verbaut.
...
Softwareabstürze habe ich noch nicht gehabt (A7S).

"Grund: Schlechter Akku, schlechte Bedienung"

...das ist natürlich relativ. Das Betriebsprinzip ist nun mal keine Spiegelreflexkamera, bei der man ständig ohne Batterie durch den Sucher gucken kann. Für den Außeneinsatz aber ein durchaus wichtiges Kriterium! Da ist das mit den Akkus dann auf Dauer nicht so dolle.
Wenn die Kamera aber geschützt in Stromanschlußnähe zur Himmelsüberwachung laufen kann / soll, so wird halt ein Netzteil verwendet.

Schlechte Bedienung? (bezogen bei mir auf Alpha 7S): Nun ja, es ist schon eine Umgewöhnung, wenn z.B. immer nur Canon genutzt worden ist.
Ansonsten sehe ich da kein Problem. Das Problem ist heute eher generell bei allen Kameras gegeben, mit zig Programmen, Automatiken und manuellen Einstellungen.
Absolut positiv: die geräuschlose Aufnahmemöglichkeit! Da hat Canon nichts zu bieten, Nikon weiß ich nicht.

Hab' schon über eine 2., parallele A7S nachgedacht... ...ist halt kein wirkliches Schnäppchen und die neuere A7SII erst recht nicht.
Ggf. täte es auch eine A 6300. Ich glaube die Mehrfunktionen einer A 6500 sind für den Einssatzzweck (und Aufpreis) nicht wirklich relevant.

Gruß, Olaf
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Thilo B.
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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von Thilo B. » 23. Sep 2017, 12:08

Die A7s funktioniert gut zum Filmen von Polarlicht. Ich hatte sie 2 Jahre lang, habe sie jetzt aber verkauft.

Ich benutzte v.a. das Nikkor 20mm/1.8 zu diesem Zweck, da ich ansonsten mit dem Nikon System arbeite entschied ich mich dafür, diese Objektive auch an der Sony zu nutzen.

Die Sony funktioniert bei Polarlicht sehr gut bis zu Iso 25k, eingeschränkt bis zu Iso 51k.

Polarlicht mit der Sony aufgenommen:
https://youtu.be/cwWxgZIJe-4
https://youtu.be/zkT1v-dEnk0
https://youtu.be/dYRuBwmv8Ac

Gut funktioniert das focus-peaking, die Möglichkeit slog aufzunehmen ist gut und eben die Qualität bis zu den genannten Empfindlichkeiten.

Was an der A7s nervt, sind die viel zu kleinen Batterien und auch deren Selbstentladung, wenn die A7s unbenutzt gelagert wird. Ebenso die Bedienung, v.a. die dämliche Position des Videoauslösers.

Gruss Thilo

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OlafS
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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von OlafS » 23. Sep 2017, 16:52

Thilo B. hat geschrieben:
23. Sep 2017, 12:08
...
Ich benutzte v.a. das Nikkor 20mm/1.8 zu diesem Zweck, da ich ansonsten mit dem Nikon System arbeite entschied ich mich dafür, diese Objektive auch an der Sony zu nutzen.
...
Was an der A7s nervt, sind die viel zu kleinen Batterien und auch deren Selbstentladung, wenn die A7s unbenutzt gelagert wird. Ebenso die Bedienung, v.a. die dämliche Position des Videoauslösers.

Gruss Thilo
Hallo Thilo,

bezüglich Deiner "Selbstentladung" habe ich die Erfahrung gemacht, daß nicht grundsätzlich die Sony Schuld ist.
Wie hast Du Deine Nikonobjektive adaptiert? Zumindest bei Nutzung des "automatischen" Commlite Canon EF-Adapters, ist selbiger irgendwie der "Strippenzieher"!!

Ruckzuck waren die Akkus bei Nichtnutzung der Kamera leer! Das konnte ich mir nicht erklären, da vor der Commlite-Nutzung so etwas nicht auftrat! Ich entfernte die Batterie und setzte sie später bei Bedarf wieder mal ein. Akku war noch voll geladen!!
Akku mal wieder drin gelassen, inkl. Commlite Adaption --> Akku bald nichtstuend wieder leer!

Bei einem rein manuellen Adapter (Kiwi) für alte Canon FD Objektive gibt es diesen Effekt bei mir nicht. Ich kann die Kamera inklusive Akku + Kiwi-Adapter länger liegen lassen und der Akku ist dann noch wie "neu".

Also grundsätzlich quasi keine "Akkuselbstentladung"!
Prüfen kannst Du das jetzt leider nicht mehr.
Wie das bei original angesetzten Sony-Objektiven oder beim Metabones aussieht weiß ich nicht.

Siehe zum Thema Stromverbrauch mittels Commlite auch hier:

http://www.dslr-forum.de/showthread.php?p=14064908

https://www.amazon.de/ask/questions/Tx1 ... rt=helpful



Generell: Der Stromverbrauch läßt sich auch reduzieren, indem der Monitor ausgeschaltet wird. Der elektronische Sucher reagiert dann nur auf Augenannäherung.

Hinweise dazu auch hier:
(nach dem Wort "Stromverbrauch" suchen)
https://gwegner.de/review/sony-a7r-ii/



Gruß, Olaf
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HCI
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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von HCI » 23. Sep 2017, 17:30

vielen Dank für die Erfahrungen!

Ext. Batterie ist ein Muss!

Auf bald..

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Thilo B.
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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von Thilo B. » 23. Sep 2017, 17:42

OlafS hat geschrieben:
23. Sep 2017, 16:52
bezüglich Deiner "Selbstentladung" habe ich die Erfahrung gemacht, daß nicht grundsätzlich die Sony Schuld ist.
Wie hast Du Deine Nikonobjektive adaptiert? Zumindest bei Nutzung des "automatischen" Commlite Canon EF-Adapters, ist selbiger irgendwie der "Strippenzieher"!!

Also grundsätzlich quasi keine "Akkuselbstentladung"!
Prüfen kannst Du das jetzt leider nicht mehr.
Wie das bei original angesetzten Sony-Objektiven oder beim Metabones aussieht weiß ich nicht.
Der Metabones Nikon G Adapter ist rein mechanisch, das Problem liegt schon bei der Sony, Bekannte die Sony Objektive benutzen berichten genau dasselbe.

UtzSchmidtko
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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von UtzSchmidtko » 23. Sep 2017, 19:40

Hallo Sternfreund,

mein Rat nach jahrelanger Nutzung der A7s und der A7s II: Fotografieren von Polarlichtern ja (bis 10.000 ISO ist bei mir Standard)

Aber: Video: absoluter Fehlkauf und ich rate davon solange ab, bis die Techniker von Sony einen bestehenden Defekt aller A7s beheben.
Ich führe seit Jahren Auseinandersetzung mit Sony, denn diese Kameras können Polarlichter nicht in normaler Qualität filmen. Ich habe weltweit Kontakte zu A7s-Usern und ich kenne keinen, der nicht das Problem des Verstärkerglühens (violet glow) beim Filmen ab 10.000 ISO hat. Ich bekam aufgrund energischer Intervention bei Sony gegen Rückgabe der ersten Version den 3500,-€ teuren Body der A7s II kostenlos!

Mehr Schudeingeständnis gibt´s wohl kaum. Aber auch bei der A7s II war das Verstärkerglühen ab 10.000 ISO so heftig, dass die Leute bei meinen Präsentationen und Vorträgen fragten, ob der lila Nebel in den beiden linken Bildecken auch Polarlichter seien. Meine Antwort darauf jedesmal: Nein, das ist Sony!
Was noch schlechter ist, ist der Service dieses Unternehmens, das eine Firewall aufgebaut hat, so dass man nicht mal mit einem Techniker, der Ahnung hat, sprechen kann. Ich ging bis zur Pressestelle, die das nicht interessierte.
Der Hammer am Anfang waren 4 Service-Mitarbeiter, von denen mir einer glatt problemlösend erklären wollte, wie man an der Kamera die ISO-Zahl einstellt.
Ich denke, dass man das Verstärkerglühen nicht als physikalische Gegebenheit akzeptieren muß (erst recht nicht bei einem Body-Preis von 3500,-€; ich kauf ja auch kein Auto mit 3 Rädern!)
Einen möglichen Umbau der Kamera in England, um sie zu kühlen, schließe ich erst mal aus. Die Techniker von Sony sollten sich mal anstrengen, das Problem zu lösen.
Mich würde mal interessieren, ob die Nikon D5 mit 100.000 ISO ohne Verstärkerglühen filmen kann, dann würde ich wieder zu meiner Hausmarke wechseln - auch wenn sie doppelt so viel kostet wie die A7s II. Aber die PL-Fahrten nach Norwegen kosten ja auch ein paar Tausender.
Anbei eine Testreihe in der Nacht.Bild
Beste Grüße
Utz

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Helmut Hoffmann
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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von Helmut Hoffmann » 24. Sep 2017, 00:01

Moin,

Die A7s habe ich jetzt schon über 2 Jahre und bin von ihr überaus begeistert. Ich bin mit der Bedienung voll zufrieden. Gut, das Verstärkerglühen links ist da. Wenn es stört muss man den Film eben etwas beschneiden. Aber von der Videoqualität bei 51200 ISO bin ich einfach begeistert. Diesen Perseiden-Film habe ich aus mehreren Videos zusammengeschnitten.

https://vimeo.com/229059028

Außerdem habe ich da noch recht viele astronomische Videos unter dem User hhaushh abgelegt. Alle unbearbeitet - da kannst du dir ja mal einen Eindruck von den Möglichkeiten dieser Kamera machen, auch vom Verstärkerglühen. Beim Filmen sind schwächere Sterne zu sehen als mit dem freien Auge.
Polarlichter konnte ich leider noch keine filmen ich warte noch darauf, dass hier in Norddeutschland mal wieder schöne erscheinen.
Hanseatische Grüße
Helmut

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HCI
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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von HCI » 24. Sep 2017, 07:30

Moin,
Warum sieht man die Fehler (Verstärkerglühens) in Filmen wie https://vimeo.com/184989447 nicht,
wurden diese Filme massive überarbeitete?

Könnte man vergleichbare Ergebnisse heute auch mit Nikon D5 /.... erreichen?

Heio

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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von UtzSchmidtko » 24. Sep 2017, 08:03

Hallo von den Lofoten und den täglichen PL,

habe mehrere Videos gerade in Norwegen gemacht. Selbst bei taghellen Hammer-PL habe ich links dieses häßliche Lila. Und das schon bei 10.000 ISO. Die Kamera ist für normale Fotos ok aber für diese speziellen Video-Aufnahmen einfach Schrott! Ich habe eben einen schönes Film (4K) bei Tageslicht gedreht: sehr schön.
Aber ich bin nicht bereit, 4K-Filme "auseinanderzunehmen" und dann das violet glow zu entfernen. Bildbearbeitung ist o.k..
Bei Fishey-Videos für unser Planetarium kann ich den Rand wegschneiden, aber beim rechteckigen Format erwarte ich in diesem Preissegment nicht solch einen Kamera-Defekt. Nichts anderes ist das. Vielleicht bewegt Sony ja mal den Hint.... und bringt ein Produkt raus,das die versprochene (Werbe-)Leistung (Video im -fast- Dunkeln mit bis zu 400.000 ISO) auch nur annähernd bringt. Vielleicht können sich die "Techniker" bei Sony mal mit diesem Problem befassen und eine Firmware herausbringen, die den "lila Nebel herausrechnet". Aber bitte nicht wieder so ein fehlerhaftes Update, bei dem nachher die Sterne verschwinden.
Beste Grüße
Utz
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Thilo B.
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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von Thilo B. » 24. Sep 2017, 08:30

HCI hat geschrieben:
24. Sep 2017, 07:30
Moin,
Warum sieht man die Fehler (Verstärkerglühens) in Filmen wie https://vimeo.com/184989447 nicht,
wurden diese Filme massive überarbeitete?

Könnte man vergleichbare Ergebnisse heute auch mit Nikon D5 /.... erreichen?

Heio
Also die D5 filmt in 4K ja nur in 1.3x crop, für den der 4K haben will nicht wirklich reizvoll.

Meine Erfahrung mit der A7s war, dass bis Iso 25k das Verstärkerglühen nicht/kaum auftrat (1080p intern), das aber bei winterlichen Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt.

Ich habe mich entschlossen die A7s zugunsten einer D850 zu verkaufen, weil mir einfach Bedienung/Akku genervt haben. Ausserdem kann ich mit der D850 eben auch mal kurz zwischen Foto und Video wechseln ohne ggfs. das Objektiv wechseln zu müssen.

Im Moment ist es aber noch relativ war, deshalb fehlt mir die Erfahrung im Wintereinsatz, ebenso bei Verhältnissen mit etwas Mondlicht (da war sie eben noch nicht ausgeliefert).

Gruss
Thilo

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HCI
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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von HCI » 24. Sep 2017, 09:10

Hi Thilo
danke für deine Ausführungen!

Fotos / Timelpase ist nicht mein Thema,
dass mache ich seit Jahren ,
doch filmen ist mein Traum / Ziel,

Gibt es adere sinnvolle Ansätze?

Nikon scheint ja auch nicht in der Lage zu sein.


Heio

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Thilo B.
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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von Thilo B. » 24. Sep 2017, 13:49

HCI hat geschrieben:
24. Sep 2017, 09:10

Nikon scheint ja auch nicht in der Lage zu sein.
Die D5 ist ja nicht die einzige Nikon, die D850 filmt Fullframe (mit Pixelbinning) in 4K.

In ein paar Wochen sieht man, wie sie sich schlägt.

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StefanK
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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von StefanK » 27. Sep 2017, 18:04

Hallo zusammen,

die Polarlicht-Filmerei ist offenbar nicht so einfach, wie sich das so mancher Käufer der Sony 7s vorgestellt hat. Andererseits - es existieren ja Filme von einigen Profis (wie z.B. Salomonsen), auf denen keine störenden Artefakte zu sehen sind. Es ist also möglich, wenn man sich da richtig reinbeißt und Zeit investiert. Ansonsten ist m.E. die logische Konsequenz, dass man es lässt und beim klassischen Zeitraffer bleibt. Realtime4-Filme fürs Planetarium kann man auch einkaufen, sofern Bedarf dafür besteht (und natürlich einentsprechendes Budget vorhanden ist).

Viele Grüße aus Bonn,

Stefan

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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von Matthias Schmidt » 5. Okt 2017, 19:08

Ich filme seit 2015 Polarlicht mit der Sony A7s. Zunächst mit Leihkamera und seit diesem Jahr mit einer eigenen A7s. Es wurde die A7s und nicht die A7sII, da erstere etwas billiger und bei HD Video noch etwas besser ist. Als Objektiv habe ich zunächst das Samyang 1,4/24mm eingesetzt. Um etwas mehr Weitwinkel zu haben, habe ich später das Sigma 20mm f1,4 ART genommen. Leider hat es eine Transmissivität von 1,8 was sich durchaus bemerkbar gemacht hat. Das Koma des Sigmas ist bei HD-Video noch erträglich.

Sensorglühen ist bei keiner meiner A7s jemals aufgetreten und ich war mit der A7s fünf mal in Nordnorwegen und Grönland unterwegs. Das breite, horizontale, violette Band, das Utz im Bild in seinem Beitrag vom 24.09.2017 09:03 zeigt, ist übrigens Polarlicht und kein Sensorglühen, falls das damit demonstriert werden sollte. Ein Begleiter hatte in diesem Jahr in Grönland bei seiner A7sII zeitweise am Bildrand leichtes Sensorglühen. Ich habe nochmal nachgefragt und er schrieb mir dazu: "...Ab ISO 40.000 ein sichtbares magentafarbenes Glühen am linken Bildrand. Bei dem Video in der Nacht zum 02. Oktober war es rund -14 Grad kalt. Ich denke, das war der Grund, warum ich in der Nacht kein Sensorglühen hatte. Dieses Video ist sauber." Natürlich gelangt die Technik irgendwo an Grenzen (wobei ich an der A7s das Problem nicht hatte und auch schon bei ISO 80.000 gedreht habe). Um bestmögliche Kühlung und damit auch niedrigstmögliches Rauschen zu erreichen, ziehe ich bei Polarlichtaufnahmen übrigens immer das Display etwas von der Kamera ab.

Das erste Video, das ich 2015 mit der A7s im P-Modus mit ISO 25600-51200 gefilmt habe, ist auf Youtube zu sehen (in reduzierter Qualität; ruckeln und Unschärfe am Anfang liegen an youtube und sind im Original nicht vorhanden):
https://www.youtube.com/watch?v=OjQCKYJ8YoI
Bei ISO 25600 ist die Qualität recht gut, 51200 geht noch so, aber darüber merkt man schon, in welchen astronomischen ISO-Bereich man vordringt.

Für Echtzeit-Polarlichtvideos gibt es derzeit im erschwinglichen Bereich nichts besseres als die A7s. Auch aktuellste Kameras wie D850, A7rII oder A99II kommen spätestens oberhalb von ISO 25600 nicht mit. Natürlich sollte man bei kalten Temperaturen Ersatzakkus dabei haben. Da die Kamera sogar über eine Akkustandsanzeige verfügt :wink: , kann man den Akku rechtzeitig wechseln, bevor er leer ist.
Zuletzt geändert von Matthias Schmidt am 5. Okt 2017, 20:09, insgesamt 1-mal geändert.

Matthias Schmidt
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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von Matthias Schmidt » 5. Okt 2017, 19:22

HCI hat geschrieben:
24. Sep 2017, 07:30
Warum sieht man die Fehler (Verstärkerglühens) in Filmen wie https://vimeo.com/184989447 nicht,
wurden diese Filme massive überarbeitete?
Man sieht es nicht, weil es schon von Anfang an nicht vorhanden ist (siehe mein vorheriger Beitrag).
HCI hat geschrieben:
24. Sep 2017, 07:30
Könnte man vergleichbare Ergebnisse heute auch mit Nikon D5 /.... erreichen?
Die A7s ist bei Videos im hohen ISO-Bereich besser.

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Re: Polarlicht filmen mit Sony Alpha SI oder SII

Beitrag von Matthias Schmidt » 5. Okt 2017, 19:25

StefanK hat geschrieben:
27. Sep 2017, 18:04
die Polarlicht-Filmerei ist offenbar nicht so einfach, wie sich das so mancher Käufer der Sony 7s vorgestellt hat.
Eigentlich schon. Einschalten, Fokussieren, Bild komponieren, P-Modus wählen und den Aufnahmeknopf drücken. Dann die ISO so einstellen, dass das Bild hell genug ist. Ein sehr lichtstarkes Objektiv sollte man allerdings haben.

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