Aurora Vorhersagen besser verstehen

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Johannes Laiser
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Aurora Vorhersagen besser verstehen

Beitrag von Johannes Laiser » 8. Jan 2015, 21:23

Hallo an alle :)
Da es ja nicht mehr so lange dauert bis ich im Norden schwedens bin, wollte ich mal über die Nordlicht vorhersage reden..

Ich beziehe mich komplett auf diese Seite da ich eigtl jeden Abend mal ein Blick drauf werfe..
http://www.aurora-service.eu/aurora-forecast/

Ich wollte mal wissen, wie genau diese Anzeigen sind.. Der KP Index ist doch ein errechneter Wert von verschiedenen Bedinungen, wie Sonnenwind etc...

Bild

Hier ist doch eine stärkere Aurora zu sehen auf dem rechten Bild ? Das stellen die farben von Grün nach rot doch dar oder? Eine intensivere Aurora. Hat aber nix mit den Farben der Aurora selbst zu tun? Diese werden doch durch die verschiedenen Gase in der Atmosphäre bestimmt.Was sagen uns denn hier die Anzeigen? Eigtl nix grosses


Bild

Hier auf dem Bild wird ja eine starke Aurora "geschätzt", obwohl, KP index ist doch aus den Messwerten errechnet oder ? Und dann ist aber auf dem rechten kleinen Bild gar keine starke Aurora zu beobachten, bzw geht die nur bis in die gegend von Kiruna.

Muss denn zwingender weise ein KP3/4 in Abisko sich dann auch zeigen lassen? Hab öfters auf der Webcam dann nichts besonderes beobachtet.

Ich weiss dass das ein Naturphänomen ist und nicht immer vorhersag bar ist, aber trotzdem müsste man sich auf solche vorhersagen orientieren können? Denn solch eine Sonneneruption braucht ja ein bisschen Zeit bis Sie hier auf der Erde ist.

Bitte klärt mich auf, was es mit den Anzeigen auf sich hat, denn die waren öfters im "grünen" bzw auf "low" wenn auf der Webcam aber sehr schöne displays zu sehen waren.
Und auch diese ganze diagramme, auf was sollte man da so achten ?

Vielen dank und ein frohes Neues :)

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Andreas Möller
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Re: Aurora Vorhersagen besser verstehen

Beitrag von Andreas Möller » 8. Jan 2015, 21:34

Johannes Laiser hat geschrieben:Der KP Index ist doch ein errechneter Wert von verschiedenen Bedinungen, wie Sonnenwind etc...
Nein. Der KP-Wert wird aus verschiedenen K-Werten von weltweit verteilten Magnetometern errechnet.
Genaueres hier: http://www.meteoros.de/themen/polarlich ... her-sturm/
Johannes Laiser hat geschrieben:
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Hier ist doch eine stärkere Aurora zu sehen auf dem rechten Bild ? Das stellen die farben von Grün nach rot doch dar oder? Eine intensivere Aurora. Hat aber nix mit den Farben der Aurora selbst zu tun? Diese werden doch durch die verschiedenen Gase in der Atmosphäre bestimmt.Was sagen uns denn hier die Anzeigen? Eigtl nix grosses
Die Farben haben nichts mit der Intensität zu tun, sondern mit der Wahrscheinlichkeit des Autretens oder Sichtens der Aurora. Je "roter" die Farbe, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, Nordlicht zu sehen.
Johannes Laiser hat geschrieben:

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Hier auf dem Bild wird ja eine starke Aurora "geschätzt", obwohl, KP index ist doch aus den Messwerten errechnet oder ? Und dann ist aber auf dem rechten kleinen Bild gar keine starke Aurora zu beobachten, bzw geht die nur bis in die gegend von Kiruna.

Muss denn zwingender weise ein KP3/4 in Abisko sich dann auch zeigen lassen? Hab öfters auf der Webcam dann nichts besonderes beobachtet.
Ich verstehe die Frage nicht ganz. Aber es lässt sich sagen, dass der KP-Wert nicht 1:1 mit den Auftreten und der Intensität des Polarlichtes zusammenhängt.
Johannes Laiser hat geschrieben:
Ich weiss dass das ein Naturphänomen ist und nicht immer vorhersag bar ist, aber trotzdem müsste man sich auf solche vorhersagen orientieren können? Denn solch eine Sonneneruption braucht ja ein bisschen Zeit bis Sie hier auf der Erde ist.

Bitte klärt mich auf, was es mit den Anzeigen auf sich hat, denn die waren öfters im "grünen" bzw auf "low" wenn auf der Webcam aber sehr schöne displays zu sehen waren.
Und auch diese ganze diagramme, auf was sollte man da so achten ?

Vielen dank und ein frohes Neues :)
Da schau doch einfach mal die folgenden beiden Seiten an:
http://www.meteoros.de/themen/polarlicht/vorhersage/
http://www.lutz-schenk.de/pl/howto/pl_howto_t1.html

Viele Grüße,
Andreas

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Re: Aurora Vorhersagen besser verstehen

Beitrag von Ulrich Rieth » 9. Jan 2015, 05:51

Hallo Johannes!

Ein simpler Tipp, geh einfach nach draußen, wenn Du klaren Himmel in Abisko hast, dann hast Du auch Polarlicht.
In dieser Region brauchst Du keine Vorhersage-Tools und auch keine Sonneneruption.
Wie Du den Berichten von dort entnehmen kannst, gibt es praktisch in jeder klaren Nacht irgendwas zu sehen.
Am Besten Handy oder Notebook zu Hause lassen und die Natur inkl. der Naturschauspiele genießen.
Es ist doch ein Urlaub und keine Forschungsexpedition, oder?
Gruß!

Ulrich

PS.: Den Rest hatte Andreas schon erklärt.

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StefanK
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Re: Aurora Vorhersagen besser verstehen

Beitrag von StefanK » 9. Jan 2015, 14:55

Hallo Ulrich,

herzlichen Dank für Deine klaren Worte - genauso hätte ich es auch geschrieben.
Bin vom 18. - 23.01.15 mit einer Gruppe auf Senja und mache mir null Gedanken über irgendwelche Vorhersagen oder Daten.
Wir gehen raus und gucken und das Polarlicht wird kommen.

Viele Grüße aus Bonn,

Stefan

Andreas Pacek
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Re: Aurora Vorhersagen besser verstehen

Beitrag von Andreas Pacek » 10. Jan 2015, 18:45

Hallo Stefan,
ich finde deine Frage berechtigt.
Einfach: Raus gehen und es kommt - empfinde ich nicht so als Hilfe.
Meine Erfahrung aus Tromsø:
Die Rahmenbedingungen waren:
- Der KP-Index war low, um die 2 rum
- Dunkel war es so ab 18:00 Uhr
Ja, an klaren Tagen gab es immer ein Polarlich zu sehen,
aber das Wann und die Richtung waren Himmelweite Unterschiede.
Wir waren immer ab Mittags unterwegs, weg von der Stadt
um schöne Kulissen zu finden. Dann aber hieß es warten.
Mal gab es Polarlichter schon in der Dämmerphase (wir waren gerade im Shop)
und haben fast den Start verpasst, dann kam die ganze Nacht nichts mehr.
An einem Tag fing es erst gegen 24:00 Uhr an.
Dann standen wir auf einer engen Halbinsel und die Polarlichter kamen hinter uns,
wir konnte leider kaum die Kamera ausrichten, weil es so eng war (ich hatte schon 12 mm Brennweite drauf).
Dann haben wir mal um 02:00 Uhr abgebrochen.
Vielleicht haben wir aber noch richtig tolle Lichter verpasst.

Sprich, ich hätte mir eine Hilfe gewünscht wie,
in den nächsten 2 h ist mir Polarlichtern zu rechnen.
Aus der Richtung x ...
Aber wahrscheinlich geht es gar nicht so genau,
viel Glück,
Andreas

Thomas Becker
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Re: Aurora Vorhersagen besser verstehen

Beitrag von Thomas Becker » 12. Jan 2015, 23:54

Hallo Johannes,

obwohl ich die theoretischen Hintergründe selbst noch nicht 100-prozentig verstanden habe ist es als Reiseveranstalter für Nordlichtreisen wichtig die Chancen auf Nordlicht in jeder Nacht bewerten zu können. Bisher lag ich damit meistens richtig, daher stelle ich mal kurz meine Vorgehensweise dar:

Der Kp-Wert interessiert mich gar nicht, den schaue ich mir höchstens hinterher an. Vorhersagen sind wie Wettervorhersagen, sie stimmen oft nicht. Den wirklichen Wert erfährt man erst hinterher und über lange Zeit gemittelt.

Sonnenwindgeschwindigkeit: Je höher desto besser, aber ebenfalls nicht so ausschlaggebend, ebenso die Teilchendichte.

Für mich der absolut wichtigste Wert ist die Ausrichtung des interplanetaren Magnetfeldes (Bz). Ist er stark positiv wirst Du selbst in Abisko nicht viel sehen. Ist er leicht im positiven Bereich lohnt sich der Blick nach draussen. Ist er negaiv wirst Du eine schöne Show sehen. Je stärker er negativ wird, desto mehr wandern die Polarlichter vom Norden in den Süden des Himmels, so werden sie vielleicht sogar in Deutschland sichtbar. Bei Werten kleiner -10 hast Du oft am ganzen Himmel tolles Polarlicht. Dummerweise ändert sich der Wert manchmal extrem schnell. Z.B. von -10 auf +10 und plötzlich ist die Show vorbei. Wenn Du dann die Webcam ansiehst bist Du enttäuscht, obwohl Minuten vorher die Show abging. Der Kp kann dann trotzdem sehr hoch sein.

Die Anzeige mit der Polarlichtwahrscheinlichkeit ist nett, korreliert auch meist mit dem Bz, aber nicht immer. Die Gigawatt-Anzeige (GW) zeigt den berechneten Wert der Energie in der Magnetosphäre. Daraus ergibt sich dann die Sichtbarkeitswahrscheinlichkeit.

Beispiel: Am 12. September 2014 gab es ein Kp7. Das höchste was ich auf den Lofoten in Nordnorwegen je erlebt habe. Trotzdem war es bei weitem nicht das tollste Polarlicht was ich je sah. BZ war einige Zeit ordentlich negativ, es gab schöne Farben und die Magnetospähre lud sich auf über 80 GW auf. Dann schwenkte Bz in den Bereich von +20 bis +25 und blieb dort. Kurz danach war für den Rest der Nacht nichts mehr zu sehen, obwohl die Wahrscheinlichkeit, die Sonnenwindgeschwindigkeit und Teilchendichte sehr gut aussahen.

Ich habe tolle Polarlichter bei Kp3 beobachtet, die besten bei Kp6 (mit lange negativem Bz). Oft gibt es einen Ausbruch der nur einige Minuten dauert. Bist Du gerade drinnen verpasst Du es ohne es zu merken. Deswegen bleib am besten am Nordfenster oder gehe alle paar Minuten vor die Tür. Draußen warten ist bei -15 bis -30 Grad nicht sinnvoll. Dann bist Du schon durchgefroren, wenn es dann doch endlich losgehen sollte. Es gibt Wärmekissen für die Füße auf Basis von Eisenpulver. Die haben mir gute Dienste erwiesen. Mehrere lange Unterhosen, Pullover, Handschuhe und Skimaske sind unverzichtbar, und ein kleiner Dauerlauf durch den Schnee kann auch helfen.

So, ich hoffe ich konnte Dir etwas helfen. Ich bin zwischen 10.2. und 30.3. auch wieder auf den Lofoten mit meinen Gästen unterwegs und kann es kaum noch erwarten. Das Nordlicht ist eine der großartigsten Naturphänomene die es gibt und ich wünsche Dir viele klare und atemberaubende Nächte!

Herzliche Grüße,

Thomas

Meine Webseite: www.zumnordlicht.com

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Hans Boßmann
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Re: Aurora Vorhersagen besser verstehen

Beitrag von Hans Boßmann » 13. Jan 2015, 11:58

da wäre mein Beitrag
viewtopic.php?p=200668#p200668
in diesem Thread besser aufgehoben gewesen.

Johannes Laiser
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Re: Aurora Vorhersagen besser verstehen

Beitrag von Johannes Laiser » 15. Jan 2015, 16:39

Hallo,
Sorry für das späte Antworten - bin noch in meiner Klausur Zeit.

Ich danke mal jedem für die Tolle Hilfe, echt super dass man so gut unterstützt wird !!

Ich denke meine Angst ist einfach keine Polarlichter zu sehen, ich beobachte jeden Tag die Webcams von da oben, und schau mir dann die vergangenen Bilder an, und ich finde dass im November öfters grössere Displays zu sehen war. Ist nur eine Feststellung, kann mich aber auch irren. Denke ich mache mir zuviele Gedanken. Das display vom 24ten Dezember war einfach nur hammer!! Ich sass vorm Laptop und hab das Spektakel einfach nur genossen !! Habe noch ein Screenshot von der Nacht, da war ja für die ganze Nacht starke Polarlicht vorhergesagt, im Endeffekt war es aber "nur" 30min-habe ich zumindest in Erinnerung. Aber trotzdem, diese kurze Zeit werden die Leute die da oben waren wohl nie vergessen!(oder die Lichter waren hinter der Kamera:p )

->Meine Idee ist halt die, ich kucke mir die Wettervorhersagen für Abisko an, und wenn für die ganze Nacht schlechtes Wetter gemellt ist, dann schau ich mir die Wettervorhersagen nähere Umgebung an (umkreis von 50km denke ich müssten reichen..) und fahr mit dem Auto dahin, will meine Polarlicht chance einfach erhöhen. Was denkt ihr so? (jetzt abgesehen von den Benzinkosten!)

Ja dann werde ich sobald es dunkel ist, auf der Jagd sein :D Entweder im Auto, Jugendherberge bei der Fenster oder draussen in der Kälte. :)

Also Kamera muss ja in eine luftdichte tüte und das ganze in die Fototasche beim Eindringen in das Hotel und da paar Stunden stehen lassen. Aber wenn ich zbsp im Auto auf Polarlicht warte, oder draussen und ich die Zeit keine Fotos von den Sternen mache, einfach Kamera in die Fototasche und gut ist? Solange im Auto keine 30 Grad herrschen... :P Denn denke die Kamera dauernd draussen bei nichtbenutzung stehen zu lassen wird wohl nicht so gut sein. Und Akkus schön in die Warme Jacken tasche.

Ach ja, wie macht ihr es eigendlich mit den Handschuhen und der Bedingung mit der Kamera ?

Danke Thomas, die Bz Anzeige werde ich aufjedenFall bis zur Abreise im Blick behalten mit den Webcams. Interessant, die ist in nTesla angegeben(studiere Elektrotechnik ;) )


@StefanK und @Thomas : ich wünsche euch viel clear sky und schöne Polarlichter !!


Clear sky!

Dieter R
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Re: Aurora Vorhersagen besser verstehen

Beitrag von Dieter R » 17. Jan 2015, 20:45

Ihr macht Euch viel zu viel Gedanken darüber!
Schau Dir die Sonnenflecken ein paar Tage vorher an und dann mach es wie Ulrich sagte.
Geniesse die mørketid (norw. Dunkelzeit) fahr von mir aus, tagsüber die Landschaft ab und fotografiere, nur beim fahren aufpassen wegen dem White out!
Mittags Polarlichter wirst Du auch in Tromsø nicht sehen, da es da immer noch hell genug ist. Ab etwa 06.01. ging die Sonne das erste mal wieder über den Horizont am Lofot auf.
Ich persönlich würde mir ne schöne Rorbuer (Holzhütte) nehmen, kein Hotel! Wenn möglich mit Freunden und nem schönen Holzofen, auch hier aufpassen und nicht das Essen darauf stehen lassen, es ist alles Holz drum herum. Nach dem fotografieren tags, kaufst Du Dir ein paar Dinge und geniesst sie indem ihr zusammen kocht und Euch bis zum Abend aufwärmt. In der Zwischenzeit kann man immer noch mal die Knipse her richten, alles einstellen aufs "Nachtprogramm", Isomatte nicht vergessen zum drauf stehen. An der Hütte selbst, schaust Du alle 20-30min mal vor die Türe. Sollte es losgehen, wirst Du es selten vor 21-22Uhr sehen. Das Oval dreht etwa um 24-1Uhr am stärksten ein, dort siehst Du dann meist die Polarlichter (24-2Uhr! Vorher einen schönen Rum mit Tee, äh Tee aufsetzen ihn auf dem Bollerofen auf die Seite stellen. So und wenn Du nun beim Kontrollgang PL entdeckst, vor die Türe und nicht noch lange rum fahren. Rum trinken, ist besser nach einer durchfrorenen Nacht, dann bitte aber wenn ihr wieder zurück seit zusammen mit einem schönen Tässchen Tee und sich dran wärmen. Ich glaube in einem Hotel kannst Du nicht mal sagen, Du möchtest die Knipse (mit Tüte!) in der kalten Besenkammer belassen, bis Du in ner 1/2 Stunde wieder kommst. Das Spielchen machst Du 10x dann ist der Hotelier nicht mehr Dein Freund. Wenn ich lese mittags auf das Polarlicht warten frage ich mich, was Du Abends machen möchtest, wenn es losgeht? Noch mehr frieren? Geniesse die Landschaft, das Licht drum herum, mache schöne Bilder, teile sie mit uns, wärm Dich auf und geh dann raus, wenn es abgeht. Vergess auch den Firlefanz Schuhe mit Innenschuh für Schw..ekohle aus dem Outdoorladen zu kaufen, so empfahl es mal ein Typ aus Karlsruhe vom Outdoorladen. (Gruß an der Stelle nach KA, falls Du mitlesen tust - Füsse wieder ok?) Ein paar hohe, große Stiefel, unbedingt Wollsocken und drüber ein paar Baumwollene, genügend platz drin, dann hälst Du länger durch. Realist bleiben! Es ist bestimmt kein Abenteuer, wenn Du nur noch auf das Eierpod starrst und das drum herum nicht wahrnimmst. Vielleicht organisiere ich doch noch mal eine Flug mit 7-11 Mitreisenden zum Lofot nur mit dem "Regelsatz" auch als H-IV bekannt, fehlen die Mittel dazu. Bei der letzten Reise waren 9 Mitreisende meiner Fotogruppe so begeistert, das wir daraus 2 Fotoausstellungen anschliessend stemmten. Dazu brauchst Du nur genügend Speicherkapazität und tolle Mitflieger! Sorry für die vielleicht harten Worte. 13x Winter auf den Lofoten zw. 10-17 Tagen jeweils, sprechen halt ne andere Sprache.
Lykke til!
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Astrid Beyer
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Re: Aurora Vorhersagen besser verstehen

Beitrag von Astrid Beyer » 18. Jan 2015, 19:02

Dieter R hat geschrieben:Dazu brauchst Du nur genügend Speicherkapazität
Das unterschreibe ich!!! :D Man unterschätzt das etwas, aber bei RAW-Aufnahmen stundenlang in Serie fallen schon riesige Datenmengen an.
Es sind ja viele gute Tipps geschrieben worden.
Wir selbst haben immer mal, wenn wir Netz hatten, auf die Tromsö-webcam geschaut, meist mit dem genialen Polarlichtmonitor.

Wir hatten auf unserer ersten Nordlicht-Reise (allerdings mit dem WOMO) eigentlich in jeder Nacht, in der wir den Himmel sehen konnten, Nordlicht. Im Süden schaust Du in den Norden, später muss man auch nach Ost und West (oder Süd) schauen, wenn man in der Troms ist.
Für uns war es "gut" bzw. eindeutig, wenn es regnete, dann brauchten wir nicht rauszuschauen und konnten mal schlafen Bild
So in der Zeit ab 21 Uhr geschah meistens etwas, mal mehr, mal weniger aufregend. Wenn man nachts wach wurde, war ein Kontrollblick immer Pflicht - und oft mit Erfolg.
Dieser Urlaub ist etwas ganz besonderes - man hat immer das Gefühl, etwas zu verpassen...:
Tagsüber wahnsinnig schöne Gegend, Fotomotive ohne Ende. Abends Sonnenuntergang, dann Dämmerung mit Farben zum schwärmen und dann kommt die Dunkelheit mit Polarlicht, Mond zwischen den Wolken und und und...
Johannes Laiser hat geschrieben:Ach ja, wie macht ihr es eigendlich mit den Handschuhen und der Bedingung mit der Kamera ?

Wir haben meist links Handschuh an, (am Objektiv dreht man eigentlich nicht mehr - fokussieren auf unendlich und dann bleibt es so), die rechte Hand aber nicht, weil man so die IR-Fernbedienung aufwärmen kann, die funktioniert nämlich auch nicht, wenn sie kalt ist.
Die Grundeinstellungen (manuell, Iso, anfängliche Belichtungszeit) kann man ja schon im warmen und hellen einstellen. Evtl. Handy oder Taschenlampe zum Beleuchten der Skalen am Objektiv...
Aber wir waren im Herbst da, -7°C waren das kälteste, das wir gemessen haben. Mit starkem Wind hats zwar auch gereicht zum durchgefroren sein, aber jetzt ists noch härter und länger dunkel ...

Dann viel Spaß und viel Erfolg bei klarem Himmel!
Astrid

Dieter R
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Re: Aurora Vorhersagen besser verstehen

Beitrag von Dieter R » 18. Jan 2015, 21:35

Astrid Beyer hat geschrieben:Ach ja, wie macht ihr es eigendlich mit den Handschuhen und der Bedingung mit der Kamera ?

Wir haben meist links Handschuh an, (am Objektiv dreht man eigentlich nicht mehr - fokussieren auf unendlich und dann bleibt es so),
Dann viel Spaß und viel Erfolg bei klarem Himmel!
Astrid[/quote]

Hallo @ und Astrid,
die Unendlicheinstellung ist nur bei Leica und Zeiss unendlich. Glas dehnt sich aus bzw. zieht sich zusammen. Ich visiere wenn irgend möglich den Mond an, dann kommt der AF aus.
Ich lange auch nicht mehr nur in die Nähe der AF-Verstellung. 1 - 2x mache ich den Focus neu, mein Berlebach Holzstativ, gut es hat etwa 3 Kilo, aber ich komme immer wieder darauf zurück. Ich weitete die Klemmung und nahm das untere Segment heraus. So passte alles nahezu auf den mm in den Hartschalenkoffer. Meine "Glühwürmchen" zünde ich vorher an (diese Kohlestifte, da sie am längsten warm geben, für Frostbeulen kann es auch von beiden Seiten gemacht werden, dann aber Handschuhe anziehen, weil es wird ordentlich warm. Das ganze kommt li. und re. in meine Jackentasche bzw. verwende ich es um das Objektiv 1-2x zu "enteisen". Die jetzige Kamera bediene ich mit Wollefäustlinge aber sie wird künftig ersetzt. Psst! Ist noch geheim, nicht fragen ;-) Ach Farbtempereatur auf Glühlampe bzw. festen Wert, Fernbedienung, fertig.
Gruß Dieter
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Re: Aurora Vorhersagen besser verstehen

Beitrag von Astrid Beyer » 18. Jan 2015, 22:02

Dieter R hat geschrieben:die Unendlicheinstellung ist nur bei Leica und Zeiss unendlich. Glas dehnt sich aus bzw. zieht sich zusammen. Ich visiere wenn irgend möglich den Mond an, dann kommt der AF aus.

Ja, ich meine auf die Unendlich-Scharf-Stellung. Wir nehmen einen hellen Stern oder Jupiter zum scharfstellen nachts. Mein Mann musste an seinem Sigma Klebeband zum fixieren benutzen, da der Fokusring beim zoomen mitlief. Am Weitwinkel merke ich mir die Stellung (Mitte der liegenden Acht) - deshalb immer Handy oder Taschenlampe dabei. Schärfekontrolle am Bild ist anfangs auch sinnvoll.

Grüße Astrid

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Re: Aurora Vorhersagen besser verstehen

Beitrag von Christian Pries » 19. Jan 2015, 11:30

Hey,

also ich beobachte eigentlich fast nur das Magnetometer. Je größer die Ausschläge, desto intensiver, schneller das Nordlicht. Wenn die Kurve da anfängt zu zucken wird es interessant, das ist zumindest meine (völlig unwissenschaftliche) Erfahrung. Stimmt doch oder? Theoretische Ahnung habe ich Null ;)

Dank unseren Reisestils , also nur mit Zelt, haben wir aber auch keinerlei Probleme Nordlichter zu verpassen. Von daher bin ich nicht so stark auf Vorhersagetools angewiesen. Wir sind ja die ganze Zeit draussen, können nicht ins Haus gehen wo man dann was verpassen könnte. Ich habe aber vor Ort schon viele andere Touristen getroffen, die das "beste" Nordlicht verpasst haben, da die dann halt im Haus waren oder schon geschlafen haben. Von daher kann ich schon gut verstehen, dass solche Vorhersagetools vielen helfen können!

Das der KP-Wer nur sehr bedingt eine Vorhersagekraft hat kann ich aber auch bestätigen! Wir hatten schon schon Nächte in denen KP-Werte von 6 oder mehr angekündigt waren und das Nordlicht in den Nächten war wesentlich schwächer als in Nächte mit KP 2 oder 3.

@Thomas Becker : Den Tipp mit den BZ Werten finde ich sehr interessant! Das werde ich im Feb/März auf jeden Fall mal beobachten! Habe ich bisher nie gemacht. Kannst du mir einen guten Link geben, wo ich das nachschauen kann? Nutzt du die Grafik bei http://www.polarlicht-vorhersage.de/? Ich werde vom 11 bis 17 März auf den Lofoten sein. Vielleicht kann man sich ja mal treffen bei einer "Nordlichtjagd" ? Würde mich freuen!

Christian
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Thomas Becker
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Re: Aurora Vorhersagen besser verstehen

Beitrag von Thomas Becker » 19. Jan 2015, 14:50

Hallo Christian,

ja, den Link benutze ich auch meist, ist am einfachsten, weil man da eigentlich alles wichtige beisammen hat.

Mit dem Treffen auf den Lofoten wird es wohl nicht so einfach werden, da ich zu der Zeit mit acht Reisegästen unterwegs bin.

Viele Grüße,
Thomas


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